Die Kirche feiert den Lazarus-Samstag
Das Wunder der Auferweckung des Lazarus. Foto: tatmitropolia
Orthodoxe Christen begehen den Lazarus-Samstag – einen der wichtigsten Feiertage der Fastenzeit. Dieser Tag ist der Erinnerung an das Wunder der Auferweckung des gerechten Lazarus, eines Bewohners von Bethanien und Bruders von Martha und Maria, durch Jesus Christus geweiht.
Die Geschichte der Auferweckung des Lazarus wird im 11. Kapitel des Johannesevangeliums ausführlich beschrieben. Als Lazarus erkrankte, sandten seine Schwestern Martha und Maria Boten aus, um Jesus davon zu berichten. Der Erlöser zögerte jedoch absichtlich zwei Tage und kam erst nach dem Tod des Lazarus nach Bethanien.
Als er sich dem Grab näherte, befahl Jesus, den Stein vom Eingang wegzurollen, obwohl Martha ihn gewarnt hatte, dass der Leichnam bereits zu verwesen begonnen habe. Nach einem kurzen Gebet zum himmlischen Vater rief der Herr mit lauter Stimme: „Lazarus! Komm heraus!“ Und der Verstorbene trat hervor, an Händen und Füßen in Leichentücher gewickelt, und sein Gesicht war mit einem Tuch umbunden.
Dieses große Wunder, das vor den Augen vieler Juden vollbracht wurde, die gekommen waren, um die Schwestern zu trösten, wurde zu einem der eindrucksvollsten Zeugnisse der göttlichen Natur Christi und Seiner Macht über den Tod. Viele, die dieses Wunder sahen, glaubten an Jesus. Dieses Ereignis ereignete sich kurz vor dem Einzug des Herrn in Jerusalem und Seinem Leiden am Kreuz.
Der kirchlichen Überlieferung zufolge lebte der gerechte Lazarus nach seiner Auferweckung noch etwa 30 Jahre. Er war gezwungen, Judäa zu verlassen, da er von den Juden verfolgt wurde, die ihn als lebendigen Zeugen der wundersamen Kraft Christi töten wollten. Lazarus gelangte auf die Insel Zypern, wo er später von den Aposteln zum Bischof der Stadt Kition (dem heutigen Larnaka) geweiht wurde. Dort verkündete er das Evangelium und leitete die ihm anvertraute Herde bis zum Ende seiner Tage mit Weisheit.
Die Reliquien des heiligen Lazarus ruhen heute in der Stadt Larnaca auf Zypern, in einer zu seinen Ehren geweihten Kirche. Im 9. Jahrhundert wurde ein Teil der Reliquien nach Konstantinopel und anschließend nach Frankreich überführt. Die Kirche feiert das Gedenken an den Heiligen Lazarus auch am 17. (30.) Oktober.
Der Lazarus-Samstag und der darauf folgende Palmsonntag leiten die Karwoche ein – die letzte Woche vor dem Osterfest, das in diesem Jahr auf den 12. April fällt.
Theologen weisen darauf hin, dass die Auferweckung des Lazarus ein Vorbild für die allgemeine Auferstehung der Toten ist und den Gläubigen anschaulich zeigt, dass mit Christus sogar der Tod überwunden werden kann.
Zuvor hatte die UOJ über die jüngste Bischofsweihe in San Francisco, USA, berichtet.
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