Erzpriester Matthias Zierenberg: „Das Reich Gottes ist ganz anders“

Erzpriester Matthias Zierenberg predigte über das Tagesevangelium vom Weg nach Jerusalem, Leiden, Kreuz und Auferstehung Christi.

In seiner Predigt zum fünften Sonntag der Großen Fastenzeit, dem 29. März 2026, in der deutschsprachigen serbisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Lubentius in Limburg-Dietkirchen sprach Erzpriester Matthias Zierenberg über die falschen Erwartungen der Menschen an Christus, den Weg der Erlösung durch Leiden und Kreuz sowie die Bedeutung der Fastenzeit als Weg der Umkehr und Christusnachfolge. Bezugspunkt der Predigt war das Evangelium des Tages (Mk 10,32–45), in dem Christus sein Leiden ankündigt und über wahre Größe im Dienen spricht. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.

Ausgehend vom Sündenfall Adams beschrieb Erzpriester Matthias Zierenberg die Situation des gefallenen Menschen, der seitdem von Sünde, Krankheit und Tod begleitet sei. Gott habe jedoch den Menschen nicht verlassen, sondern durch die Propheten die Ankunft des Messias angekündigt, der die Menschen retten und zurück ins Paradies führen wolle. Der Mensch verstehe jedoch oft die Liebe Gottes nicht, weil er nur das sehen wolle, was seinen eigenen Erwartungen entspreche.

Im Evangelium des Tages kündigt Christus auf dem Weg nach Jerusalem sein Leiden, seinen Tod und seine Auferstehung an, während die Jünger noch an irdische Größe und Macht denken. Daran anknüpfend erklärte der Geistliche, viele Menschen hätten damals wie heute auf einen politischen Befreier, Wohlstand, Frieden und eine bessere Welt gehofft. Christus aber zeige, dass das Reich Gottes nicht in politischer Macht oder weltlichem Erfolg bestehe, sondern in der Befreiung von der Sünde und in der Gemeinschaft mit Gott.

Der Weg Christi sei daher ein Weg der Selbstverleugnung, der Askese und der Nachfolge. Wer Christus nachfolge, müsse bereit sein, auch sein Kreuz zu tragen und sich von falschen Wünschen und irdischen Bindungen zu lösen. Die Fastenzeit sei eine Zeit, in der der Mensch lerne, seine Gesinnung zu ändern, Tugenden einzuüben und Christus ähnlicher zu werden.

Abschließend betonte Erzpriester Matthias Zierenberg, dass der Weg nach Jerusalem – zum Leiden Christi – zugleich zum Ziel der Auferstehung führe. Das Geheimnis von Leben und Tod werde erst durch die Auferstehung Christi gelöst. Wer den Weg Christi verstehe und mitgehe, könne sich daher nicht vor dem Kreuz fürchten, sondern auf die Auferstehung und das ewige Leben hoffen. 



Die UOJ berichtete zuvor, dass Patriarch Porfirije in Belgrad predigte: „Das Leben der heiligen Maria offenbart die Liebe Christi“
 
 

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