Experte warnte vor wachsendem Islamismus und kritisierte Kulturrelativismus

Der Islamwissenschaftler Ralph Ghadban fordert eine stärkere Orientierung an Menschenrechten im Umgang mit islamistischem Extremismus. Foto: Screenshot YouTube

Der Islamwissenschaftler Ralph Ghadban fordert eine stärkere Orientierung an Menschenrechten im Umgang mit islamistischem Extremismus. Foto: Screenshot YouTube

Der Islamwissenschaftler und Publizist Ralph Ghadban warnt vor einem wachsenden Einfluss radikalislamischer Strömungen in Deutschland und kritisiert Politik sowie gesellschaftliche Ideologien, die problematische Entwicklungen zu lange übersehen hätten. Darüber berichtete die Regionalzeitung HNA am 29. März 2026.

Im Rahmen einer Beitragsreihe der HNA zum radikalen Islamismus in Deutschland äußerte der Islamwissenschaftler Ralph Ghadban deutliche Kritik an Politik und Gesellschaft. Sicherheitsbehörden beobachten seit einiger Zeit einen Anstieg islamistischer Straftaten und Radikalisierung, insbesondere über soziale Medien. Islamistische Gruppen versuchten langfristig, ihre gesellschaftlichen Vorstellungen bis hin zur Errichtung eines Kalifats durchzusetzen.

Ghadban sieht eine Ursache dieser Entwicklung in einer über Jahre zu großen Toleranz gegenüber fundamentalistischen Organisationen. Islamistische Akteure nutzten die rechtlichen Möglichkeiten der Demokratie, um ihre religiös-politischen Vorstellungen auf legalem Weg voranzubringen, etwa durch Verbände, Vereine und gesellschaftliche Einflussnahme.

Besonders kritisch äußert sich der Wissenschaftler zum Kulturrelativismus und Multikulturalismus. Kulturen müssten seiner Ansicht nach an den Menschenrechten gemessen werden, insbesondere an der Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie am Schutz von Minderheiten. Wo diese Prinzipien nicht gelten, dürfe Kritik geübt werden.

Zugleich betonte Ghadban, dass die Menschenwürde und die Grundrechte über kulturellen oder ideologischen Konzepten stehen müssten. Wenn religiöse oder kulturelle Regeln über den Menschenrechten stünden, könnten Parallelgesellschaften entstehen, in denen die Werte des Grundgesetzes nicht mehr ausreichend gelten.

Die UOJ berichtete zuvor, dass sich Hamburger Eltern wegen eines Sexualerziehungskonzepts an katholischen Schulen an den Vatikan

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