Hamburger Eltern wenden sich wegen Sexualerziehungskonzept an den Vatikan
Eltern katholischer Schulen im Erzbistum Hamburg (im Foto das Erzbischöfliches Generalvikariat) wenden sich wegen eines Sexualerziehungskonzepts an Vatikan und Bischofskonferenz. Foto: Wikipedia/Lorenz Teschner
Ein Elternnetzwerk katholischer Schulen im römisch-katholischen Erzbistum Hamburg hat sich wegen eines neuen Rahmenkonzepts zur sexuellen Bildung an den Apostolischen Nuntius und die Deutsche Bischofskonferenz gewandt. Die Eltern fordern die Rücknahme des Konzepts und sehen darin einen Widerspruch zur kirchlichen Lehre. Darüber berichtete das katholische Nachrichtenportal CNA am 26. März 2026.
Hintergrund ist das 2025 veröffentlichte Dokument „Männlich, weiblich, divers: Rahmenkonzept für Sexuelle Bildung an den katholischen Schulen im Erzbistum Hamburg“, das ab dem Schuljahr 2026/27 Grundlage für schulische Lehrpläne werden soll. Das Konzept betont die Akzeptanz verschiedener sexueller Orientierungen und geschlechtlicher Identitäten und sieht eine fächerübergreifende Behandlung sexualpädagogischer Themen von der Grundschule bis zum Abitur vor.
Das „Elternnetzwerk Kinderschutz und Prävention“ kritisiert das Konzept scharf und wirft dem Erzbistum eine gezielte Sexualisierung von Kindern sowie einen Widerspruch zur kirchlichen Lehre vor. In Briefen an Erzbischof Stefan Heße, den Apostolischen Nuntius und den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz forderten die Eltern den Rückzug und eine grundlegende Überarbeitung der entsprechenden Dokumente.
Das Erzbistum Hamburg erklärte hingegen, das Konzept habe breite Zustimmung von Elternvertretungen, Schulleitungen und der Schulpastoral erhalten, man setze sich jedoch auch mit kritischen Stimmen auseinander. Gespräche zwischen Elternvertretern und der Bistumsleitung brachten bislang keine Einigung.
Vertreter des Elternnetzwerks übergaben ihre Anliegen schließlich auch an mehrere Dikasterien der römischen Kurie. Dabei verwiesen sie unter anderem auf das vatikanische Dokument „Dignitas infinita“, in dem die Gender-Ideologie als Gefährdung der Menschenwürde bezeichnet wird.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Cornelia Delkeskamp-Hayes in einer neuen Publikation des Verlags Hagia Sophia das Verhältnis von orthodoxer Tradition, Eheverständnis und moderner Gleichberechtigung untersucht.
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