Neuer orthodoxer Essay über Familie und Gleichberechtigung erscheint im April

Die neue Broschüre aus dem orthodoxen Verlag Hagia Sophia behandelt das Verhältnis von traditioneller Ehelehre und moderner Gleichberechtigung.

Der orthodoxe Verlag Hagia Sophia kündigte für den 14. April 2026 die Veröffentlichung der Broschüre „Haupt der Familie und Gleichberechtigung“ der orthodoxen Autorin Cornelia Delkeskamp-Hayes an. Die Schrift widmet sich der Frage, wie traditionelle orthodoxe Vorstellungen von Ehe und Familie in der heutigen Zeit verstanden und gelebt werden können, beschreibt der Verlag die neue Publikation auf seiner Webseite.

Im Zentrum der rund 40 Seiten umfassenden Veröffentlichung steht die Diskussion über das traditionelle christliche Verständnis vom Mann als „Haupt der Familie“ und dessen Verhältnis zur modernen Idee der Gleichberechtigung. Die Autorin argumentiert, dass Gleichberechtigung nicht zwangsläufig im Widerspruch zu unterschiedlichen Rollen innerhalb der Ehe stehen müsse und dass Unterordnung nicht automatisch Unterdrückung bedeute.

Mehr zum Thema Erzpriester Josiah Trenham beleuchtet Protestantismus aus orthodoxer Sicht

Die Broschüre greift biblische Texte, insbesondere die Genesis und das Neue Testament, sowie Auslegungen der Kirchenväter wie Johannes Chrysostomos, Basilius von Caesarea und Maximus dem Bekenner auf. Daraus entwickelt Delkeskamp-Hayes die These, dass die christliche Ehelehre als eine geistliche „Therapie“ für menschliche Schwächen verstanden werden könne, die auf gegenseitige Hingabe und Verantwortung ausgerichtet sei.

Besonders betont wird, dass das „Haupt-Sein“ des Mannes im christlichen Verständnis nicht als Machtposition, sondern als Opfer- und Verantwortungsrolle in der Nachfolge Christi zu verstehen sei. Gleichzeitig warnt die Autorin davor, auch die Rolle der Frau als „Helferin“ misszuverstehen oder in ein Machtstreben umzudeuten.

Die Schrift versteht Ehe schließlich als gemeinsamen Weg des Gehorsams gegenüber Gott, der nicht von Machtkämpfen, sondern von gegenseitiger Geduld, Hingabe und auch Humor geprägt sein solle.

Die Broschüre kann zum Preis von 4,50 Euro bereits vorbestellt werden und erscheint als geheftete Ausgabe im Verlag Hagia Sophia in der Reihe Edition DOM in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Deutschsprachige Orthodoxie in Mitteleuropa (DOM).

Die UOJ berichtete zuvor, dass in Moskau ein neues Buch über den Heiligen Johannes von Shanghai vorgestellt wurde.

Lesen Sie auch

Bischof Jovan von Pakrac besucht serbisch-orthodoxe Gemeinde in München

Der dreitägiger Besuch verband Liturgie, Theologie, Kultur und Erinnerung an die Opfer von Jasenovac.

Bibel-Influencer in Wien verprügelt und zu Video gezwungen

18-Jähriger berichtete von Angriff durch zwei Jugendliche in Favoriten – Polizei ermittelt wegen Nötigung und Körperverletzung.

Schweiz: Protestantische Hochschule verliert Akkreditierung wegen Frauenquote

Bundesverwaltungsgericht bestätigte den Entzug der Akkreditierung für die Staatsunabhängige Theologische Hochschule Basel.

In Nigeria töten Fulani-Milizen 15 weitere Christen innerhalb einer Woche

Bewaffnete Radikale verübten eine Reihe nächtlicher Angriffe und Hinterhalte auf sieben christliche Ortschaften in Nigeria.

Priesterausbilder warnte vor Begriff „Christozid“ im Heiligen Land

Bernard Poggi betont trotz der Bedrängnis der Christen den Dienst der Kirche an allen Menschen.

Patriarch Theophilos III. verlieh dem bulgarischen Patriarchen einen Orden

Der Jerusalemer Patriarch bezeichnete die Auszeichnung als Anerkennung des ersthierarchischen Dienstes von Patriarch Daniil und seiner Liebe zum Heiligen Land.