„Glaube ist nicht die Abwesenheit von Zweifel, sondern die Hinwendung zu Gott“

Erzbischof Tichon von Rusa zelebrierte am vierten Sonntag der Großen Fastenzeit in Berlin. Foto: Diözese

Am vierten Sonntag der Großen Fastenzeit, dem 22. März 2026, zelebrierte Erzbischof Tichon von Rusa, Administrator der Diözese von Berlin und Deutschland der Russischen Orthodoxen Kirche, die Göttliche Liturgie in der Auferstehungskathedrale in Berlin. Die Predigt hielt Erzdiakon Archil Chkhikvadze, der über Glauben, Zweifel sowie die geistliche Bedeutung von Gebet und Fasten sprach, wie die Diözese auf ihrer Webseite berichtete.

In seiner Predigt ging Erzdiakon Archil Chkhikvadze auf die Evangeliumslesung über die Heilung eines kranken Jungen (Mk 9,17-31) ein und stellte den Ruf des Vaters „Ich glaube, Herr! Hilf meinem Unglauben!“ in den Mittelpunkt. Diese Worte spiegelten den inneren Zustand vieler Menschen wider, die zugleich glauben und zweifeln. Zweifel seien dabei nicht unbedingt ein Zeichen von Unglauben, sondern könnten Ausdruck eines ehrlichen Ringens um Glauben sein, wenn der Mensch sich in seiner Schwäche an Gott wendet.

Besonders betonte der Prediger die Worte Christi, dass bestimmte Mächte nur durch Gebet und Fasten überwunden werden könnten. Das geistliche Leben erfordere Anstrengung, Disziplin und Geduld. Gebet sei eine Anstrengung des Herzens, Fasten eine Schule für Seele und Leib. Beides helfe dem Menschen, seine Leidenschaften, Ängste und Zweifel zu überwinden und innerlich zu wachsen.

Mit Blick auf das Gedenken der vierzig Märtyrer von Sebaste stellte der Erzdiakon deren Standhaftigkeit als Beispiel für Treue im Glauben vor. Ihr Leiden zeige, dass der christliche Weg nicht der leichte Weg sei, sondern der Weg der Treue zu Christus auch in Prüfungen. Glaube bedeute daher nicht die Abwesenheit von Angst oder Zweifel, sondern die Entscheidung, Gott auch in schwierigen Situationen treu zu bleiben.

Die UOJ berichtete zuvor, dass der rumänisch-orthodoxe Weihbischof Sofian in Wiesbaden zelebriert hatte.

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