„Das Kreuz ist die Waffe seines Sieges über den Tod“

Das in der Mitte der Fastenzeit verehrte Kreuz erinnert nach orthodoxer Tradition an den Sieg Christi über den Tod und stärkt die Gläubigen auf ihrem geistlichen Weg, wie Priester daniel Schärer erklärte.

In einer Predigt am 15. März 2026, dem Sonntag der Kreuzverehrung, hat Priester Daniel Schärer in der russisch-orthodoxen Auferstehungskirche Zürich, Schweiz, die geistliche Bedeutung des Kreuzes als Quelle von Kraft, Heilung und Erlösung in der Mitte der Großen Fastenzeit erläutert. Die Gemeinde übertrug die Heilige Liturgie auf ihrem Facebook-Kanal.

Priester Daniel Schärer bezeichnete das Kreuz als geistliches Zentrum der Fastenzeit. Es werde in der Mitte der Fastenzeit aufgestellt, um den Gläubigen Mut und Stärkung zu geben. Unter Bezug auf den Kirchenvater Ephraim den Syrer erklärte er, das Kreuz sei der „Baum des Lebens“, aus dem neues Leben hervorgehe. Zugleich sei es der Thron Christi und der Ort seines Sieges über den Tod.

Darüber hinaus deutete der Priester das Kreuz als Altar des Hohepriestertums Christi. Jesus habe dort die Menschheit auf sich genommen und sich selbst Gott dargebracht. Damit sei das Kreuz sowohl Opferstätte als auch Zeichen der göttlichen Herrschaft über die Welt.

Im Zentrum der Predigt stand die Diagnose einer geistlichen „Krankheit“ des Menschen: die Selbstliebe. Sie sei nach der Lehre der Kirchenväter die Wurzel aller Leidenschaften und Sünden. Der Mensch mache seit dem Sündenfall sein eigenes Wohlbefinden zum Maßstab allen Handelns. Als modernes Beispiel nannte Schärer den Transhumanismus und dessen Vorstellung eines technisch verlängerten Lebens.

Dem stelle das Kreuz einen anderen Weg entgegen: die Abkehr von der Selbstbezogenheit und die Hinwendung zu Gott und zum Mitmenschen. Fasten, Verzicht und das Annehmen von Leiden seien Wege, am Leiden Christi teilzuhaben. Wer diesen Weg gehe, für den werde das Kreuz selbst zum „Baum des Lebens“ und öffne – so der Geistliche – wieder die Pforten des Paradieses. (vgl. Mk 8,34 -9,1)

Livestream aus der Auferstehungskirche Zürich vom 15. März 2026, Predigt von Priester Daniel Schärer ca. ab Minute 59:



Die UOJ berichtete zuvor, dass Patriarch Kyrill in Moskau den 50. Jahrestag seiner Bischofsweihe beging.

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