Polnische Bischofskonferenz besorgt über Lage der Religionslehrer
Die Polnische Bischofskonferenz äußert Besorgnis über die Auswirkungen der Bildungsreformen auf den schulischen Religionsunterricht. Archivfoto: Bischofkonferenz
Die Bildungskommission der römisch-katholischen Bischofskonferenz in Polen hat sich besorgt über die Situation der Religionslehrer an staatlichen Schulen geäußert. Hintergrund sind Reformen des Bildungsministeriums, die den Religionsunterricht deutlich eingeschränkt haben. Darüber berichtete der Nachrichtendienst Östliche Kirchen am 12. März 2026.
In einer Erklärung vom 3. März 2026 warnte die Bildungskommission der Polnischen Bischofskonferenz vor den Folgen der seit September 2025 geltenden Reformen im Religionsunterricht. Durch die Halbierung der Unterrichtszeit von zwei auf eine Wochenstunde sowie die Platzierung des Fachs an den Rand des Stundenplans seien viele Religionslehrer benachteiligt worden. Die Kommission kündigte an, alle möglichen Maßnahmen zu ergreifen, um deren Rechte zu verteidigen.
Zugleich verabschiedete die Kommission einen neuen Lehrplan für den katholischen Religionsunterricht. Ziel sei es, Schülern systematische Kenntnisse über den katholischen Glauben und das Christentum zu vermitteln. Ein zusätzlich entwickeltes Programm für Gemeindekatechese solle den schulischen Religionsunterricht ergänzen, ihn jedoch keinesfalls ersetzen.
Die Reform des Bildungsministeriums sieht neben der Stundenreduzierung auch vor, dass Religionsnoten nicht mehr in die Gesamtnote einfließen. Gegen diese Änderungen regt sich Widerstand in Kirche und Teilen der Gesellschaft. Eine Bürgerinitiative mit dem Titel „Ja zu Religion und Ethik an der Schule“ fordert weiterhin zwei verpflichtende Wochenstunden Religions- oder Ethikunterricht und wurde im polnischen Parlament zur weiteren Beratung zugelassen.
Unterstützung erhielt die Stellungnahme der Bischofskonferenz unter anderem von der „Vereinigung der Laienkatecheten“, die seit Monaten auf die berufliche Unsicherheit vieler Religionslehrer hinweist und einen stärkeren Dialog mit dem Bildungsministerium fordert.
Die UOJ berichtete zuvor, dass ein katholischer Priesterkandidat bei Drohnenangriff der Polizei in Haiti starb.
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