Schloss Seyfriedsberg: Buchbinderei arbeitet jetzt im Pferdestall

Im ehemaligen Pferdestall von Schloss Seyfriedsberg betreibt die Klosterbruderschaft inzwischen eine eigene Buchbinderei. Foto: Kloster

Im ehemaligen Pferdestall von Schloss Seyfriedsberg betreibt die Klosterbruderschaft inzwischen eine eigene Buchbinderei. Foto: Kloster

Die russisch-orthodoxe Klosterbruderschaft des Heiligen Hiob von Pocaev aus München hat auf Schloss Seyfriedsberg eine erste Produktionsstätte eingerichtet. In einem neuen Newsletter vom 5. März 2026  informierte Bischof Hiob (Bandmann) über Fortschritte bei Werkstätten, Infrastruktur und den laufenden Untersuchungen am historischen Gebäude, das der neue Standort werden soll.

Im ehemaligen Pferdestall des Schlosses richteten die Brüder der russischen Auslandskirche eine provisorische Werkstatt ein. Dazu wurden die früheren Pferdeboxen geräumt und gereinigt, eine provisorische Heizung installiert und die Elektrik verbessert. Die Werkstatt dient bereits als zentrale Arbeitsstätte für die anstehenden Sanierungsarbeiten.

In einer der Pferdeboxen nahm zudem die Buchbinderei des Klosters ihren Betrieb auf. Sie ermöglicht es der klostereigenen Druckerei erstmals, kleinere Buchauflagen mit festem Einband selbst herzustellen. Ausgestattet ist die Werkstatt unter anderem mit einer Fadenheftmaschine, einer Heißprägepresse und mehreren Schneidemaschinen. Ein Papierschneider aus dem Jahr 1879, der bereits im alten Kloster verwendet wurde, ist weiterhin im Einsatz.

Als erstes Produkt fertigten die Brüder zehn Exemplare einer vorläufigen Ausgabe eines neuen Fasten-Liturgikons zur Erprobung durch Geistliche. Die Maschinen werden derzeit weiter eingerichtet und die Mönche im Umgang mit ihnen geschult. Zudem hat die Bruderschaft einen gebrauchten Transporter gestiftet bekommen – eine wertvolle Hilfe.

Unterdessen laufen die Untersuchungen am Gebäude weiter. Eine Expertenkommission bestätigte, dass sich die Dachstühle insgesamt in gutem Zustand befinden, wenngleich zahlreiche kleinere Reparaturen nötig sind. Außerdem wird derzeit ein Projekt zur Sanierung von mehr als 400 Fenstern vorbereitet, das nach denkmalrechtlicher Genehmigung mit Unterstützung von Ehrenamtlichen umgesetzt werden soll.

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