Vatikan warnte vor Transhumanismus als Widerspruch zum christlichen Menschenbild

Der Vatikan hat in einem neuen Dokument transhumanistischen Vorstellungen eine Absage erteilt. Foto: Jean-Pol Grandmont/Wikipedia

Der Vatikan hält Ideen des Transhumanismus und Posthumanismus für unvereinbar mit dem christlichen Glauben. Zu diesem Ergebnis kommt ein Dokument mit dem Titel „Quo vadis humanitas?“, das von der Internationalen Theologenkommission erarbeitet und von Papst Leo XIV. gebilligt wurde. Darüber berichtete das katholische Nachrichtenportal domradio.de am 4. März 2026.

Die Autoren warnen darin vor der zunehmenden gesellschaftlichen Einflussnahme von Konzepten, die eine technische Überwindung der Grenzen menschlicher Existenz anstreben. Während der Transhumanismus auf eine Verbesserung des Menschen durch medizinische und technologische Mittel zielt, geht der Posthumanismus teilweise davon aus, dass die Menschheit künftig von technischen Wesen oder einer dominierenden Künstlichen Intelligenz abgelöst werden könnte.

Beide Ansätze lehnten nach Ansicht der Kommission grundlegende Spannungen und Begrenzungen des menschlichen Lebens ab. Im christlichen Verständnis würden diese jedoch nicht technisch beseitigt, sondern im Sterben und in der Auferstehung Jesu Christi aufgehoben. Kritik üben die Theologen insbesondere an Vorstellungen, den menschlichen Körper als formbares biologisches Material zu behandeln, das beliebig verändert werden könne.

Das Dokument warnt zudem vor Risiken sozialer Netzwerke, der möglichen Kontrolle durch eine „allgemeine Künstliche Intelligenz“ sowie vor Konzepten, die den natürlichen Unterschied der Geschlechter relativierten. Der Mensch empfange seinen Leib nach christlicher Lehre als Geschenk und Berufung, heißt es in dem Text. Das Papier selbst gehört noch nicht zum verbindlichen Lehramt der Kirche, könnte jedoch in späteren kirchlichen Lehrdokumenten aufgegriffen werden.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Priester Matthias Fröse in einem neuen Videobeitrag über Gewissen, Beichte und den Weg von der Selbstanklage zur Freiheit des Herzens spricht.

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