„Scham trennt den Menschen von Gott, während Reue ihn zu Gott zurückführt“
Priester Matthias Fröse veröffentlichte einen neuen Videobeitrag.
In seinem 16. thematischen Videobeitrag außerhalb der Predigten spricht Priester Matthias Fröse von der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Christophorus Mainz in der Außenstelle Meisenheim über das Verhältnis von Gewissen, Reue und Scham im geistlichen Leben. Die Gemeinde veröffentlichte den Beitrag am 3. März 2026 auf ihrem YouTube-Kanal.
Priester Matthias Fröse geht der Frage nach, warum gläubige Menschen trotz Gebet, Fasten und regelmäßiger Beichte häufig eine innere Schwere verspüren. Diese äußere sich oft in einer tiefen Scham, die über die Reue über konkrete Sünden hinausgehe und dem Menschen einrede, vor Gott nicht bestehen zu können. Während echte Reue den Menschen zu Gott zurückführe, trenne zerstörerische Scham ihn von Gott und lasse ihn in Selbstanklage und Verzweiflung verharren.
Als biblisches Gegenbild verweist der Priester auf Adam nach dem Sündenfall sowie auf das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Beide Erzählungen zeigten, dass Gott den Menschen nicht zuerst verurteile, sondern ihn suche und ihm mit Erbarmen begegne. Das Gewissen sei ein von Gott gegebenes inneres Licht, das zur Umkehr führe, jedoch immer mit Hoffnung verbunden bleibe. Die Stimme, die dem Menschen einrede, er könne nicht zu Gott zurückkehren, stamme dagegen nicht von Gott.
Der Geistliche betont die heilende Bedeutung der Beichte. Sie sei nicht dazu da, Gott über Sünden zu informieren, sondern ein Ort der Wahrheit und der göttlichen Gnade. Priester stünden dabei nicht als Richter, sondern als Zeugen der Barmherzigkeit Christi. Wenn Gott vergebe, dürfe der Mensch sich selbst nicht weiter anklagen, da er sonst sein eigenes Urteil über das Gottes stelle.
Zugleich warnt der Geistliche vor Stolz als tieferer Wurzel der Scham. Wer seine eigene Vollkommenheit suche, zerbreche an seinen Fehlern. Demut hingegen öffne den Weg zur Heilung. Gerade in der Großen Fastenzeit lade die Kirche dazu ein, das Gewissen durch Gebet, geistliche Texte und häufigere Beichte zu erleuchten, damit der Mensch neu Vertrauen fasse und zu Gott zurückkehre – nicht als Perfekter, sondern als geliebtes Kind.
Die UOJ berichtete zuvor, dass eine panorthodoxe Vesper in Zürich die Einheit der Orthodoxie betonte.
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