Erzbischof Ioannis: Mangel an Spiritualität verstärkt Angst und Unsicherheit

Erzbischof Ioannis von Tirana, Durrës und ganz Albanien äußerte sich in einem Interview zu Angst und Spiritualität.
In einem Interview hat Erzbischof Ioannis von Tirana, Durrës und ganz Albanien über die wachsende Verunsicherung vieler Menschen gesprochen. Der orthodoxe Kirchenführer sieht den Hauptgrund für Angst, Stress und Verzweiflung im Verlust spiritueller Orientierung und ruft zu einem tieferen geistlichen Leben auf, wie das orthodoxe Nachrichtenportal Orthodoxia News Agency am 21. Februar 2026 berichtete.
In dem Gespräch erklärte Erzbischof Ioannis, Furcht und Unsicherheit seien keine neuen Phänomene, sondern begleiteten die Menschheitsgeschichte seit dem biblischen Sündenfall. Angst und Unruhe hätten unterschiedliche Ursachen und Ausprägungen – von alltäglichen Sorgen bis hin zu irrationalen Phobien, die zu ernsthaften Störungen führen könnten.
Besonders hob der Hierarch der Orthodoxen Kirche von Albanien die „Gottesfurcht“ hervor, die nicht als Angst, sondern als ehrfürchtige Beziehung zu Gott zu verstehen sei. Diese könne nach orthodoxem Verständnis den Menschen innerlich erleuchten und helfen, Ängste zu überwinden. Ein allgemeines Rezept gegen seelische Krisen gebe es jedoch nicht, da jeder Mensch unterschiedlich sei.
Die Kirche sehe ihre Aufgabe darin, Hoffnung zu vermitteln und ein geistliches Leben zu fördern. Die Freude der Auferstehung bilde den Kern orthodoxer Spiritualität, während die Beichte als wichtiger Weg der inneren Heilung verstanden werde. Der Erzbischof betonte zugleich Parallelen zwischen seelsorglicher Praxis und moderner Psychotherapie.
Abschließend rief Ioannis zu mehr Mitgefühl gegenüber Menschen mit Angstzuständen auf. Liebe, Gemeinschaft und die Nähe zu Gott könnten Unsicherheit verringern und neue Hoffnung schenken. Der Verlust spiritueller Tiefe hingegen verstärke Verzweiflung und Orientierungslosigkeit.
Die UOJ berichtete zuvor, dass die Neuerscheinung „Fels und Sand“ von Erzpriester Josiah Trenham die orthodoxe Sicht auf den Protestantismus beleuchtet.
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