Sterbehilfe in Frankreich: Orthodoxe Bischöfe warnten vor „Lizenz zum Töten“

Die orthodoxen Bischöfe Frankreichs äußern sich kritisch zu geplanten Änderungen im Sterbehilferecht und werben für den Ausbau der Palliativmedizin. Foto: aeof.fr

Bei ihrer ersten regulären Sitzung des Jahres am 17. Februar 2026 haben die orthodoxen Bischöfe Frankreichs deutliche Kritik an einem geplanten Gesetz zur Sterbebegleitung geäußert. In einer Erklärung appellieren sie an die Abgeordneten der Nationalversammlung, eine Verabschiedung des Vorhabens zu verhindern und stattdessen die Palliativversorgung zu stärken.

Die Versammlung der orthodoxen Bischöfe Frankreichs trat in Paris zusammen und veröffentlichte im Anschluss eine Stellungnahme zur aktuellen Debatte über Sterbehilfe. Nachdem der französische Senat den Gesetzentwurf abgelehnt hatte, soll dieser erneut der Nationalversammlung vorgelegt werden. Die Bischöfe riefen die Parlamentarier dazu auf, nach ihrem Gewissen abzustimmen und warnten vor einem „permissiven und spaltenden Gesetz“, das ihrer Ansicht nach eine „Lizenz zum Töten“ in das französische Recht einführen könnte.

In ihrer Erklärung verweisen die Hierarchen auf zahlreiche kritische Stimmen aus Gesellschaft und Fachwelt. Diese sähen ethische, moralische und berufsethische Risiken sowie einen tiefgreifenden Paradigmenwechsel – weg vom bisherigen Ansatz des Sterbenlassens hin zu einem aktiven Herbeiführen des Todes.

Zugleich bekräftigten die orthodoxen Bischöfe ihre Unterstützung für den Ausbau palliativmedizinischer Angebote. Ziel müsse es sein, Leiden am Lebensende zu lindern und eine würdevolle Begleitung zu gewährleisten. Die Entwicklung der Palliativmedizin genieße breiten gesellschaftlichen Konsens und solle daher im Mittelpunkt politischer Bemühungen stehen.

Unter Bezugnahme auf eine frühere Erklärung aus dem Jahr 2023 betonten die Bischöfe abschließend, echter Fortschritt dürfe weder durch eine „Verrohung der Ethik des Lebens“ noch durch eine Banalisierung des Todes erreicht werden. Gesetze, die Glauben und Gewissen vieler Bürger verletzten, drohten die französische Gesellschaft weiter zu spalten.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Erzpriester Matthias Zierenberg in Limburg fundamentale Kritik an der Moderne von Sexualkundeunterricht bis Urnenbestattung übte.

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