Priester Matthias Fröse: „Das Jüngste Gericht hat schon begonnen“
Priester Matthias Fröse deutet das Jüngste Gericht als gegenwärtige Begegnung mit der göttlichen Liebe und ruft zu konkreten Werken der Barmherzigkeit auf. Foto: Screenshot YouTube
Am Sonntag, dem 15. Februar 2026, sprach Priester Matthias Fröse von der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Christophorus Mainz in der Außenstelle Meisenheim über die geistliche Bedeutung des Jüngsten Gerichts im Licht der Begegnung Christi im Tempel und rief zu tätiger Liebe und innerer Umkehr auf. Die Predigt wurde auf dem YouTube-Kanal der Gemeinde veröffentlicht.
Ausgehend von den Evangelien des Tages (Lk 2,22–41; Mt 25,31-46) stellte Priester Matthias Fröse die scheinbar gegensätzlichen Bilder des Kindes Jesus im Tempel und des Weltenrichters in Herrlichkeit gegenüber. Beide offenbarten jedoch denselben Christus: Der Richter sei kein fremder Strafrichter, sondern der demütige Gottmensch selbst. Das Gericht beginne bereits jetzt, indem das Licht Christi das wahre Innere des Menschen sichtbar mache.
Zentral sei nach orthodoxem Verständnis die Begegnung mit der göttlichen Liebe. Diese werde für den Gereinigten zur Freude, für den Verhärteten jedoch zur schmerzhaften Wahrheit. Unter Verweis auf Matthäus 25 betonte der Priester, dass Christus sich real mit den Bedürftigen identifiziere: Der Maßstab des Gerichts sei nicht Leistung, sondern konkrete Barmherzigkeit.
Mit Blick auf die bevorstehende Große Fastenzeit warnte der Geistliche vor einem rein äußeren Fasten ohne Werke der Liebe. Gebet müsse mit Versöhnung, Gewissenserforschung und praktischer Hilfe für Kranke, Einsame und Fremde verbunden werden. Auch stille Taten im Verborgenen hätten geistliches Gewicht.
Abschließend rief er dazu auf, im Alltag bewusster zu leben, Zerstreuung zu reduzieren und das Licht Christi als Einladung zur Umkehr zu verstehen. Ziel sei es, dem Herrn nicht mit Furcht, sondern mit Frieden zu begegnen – wie der greise Simeon im Tempel.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Priester Daniel Schärer in Zürich predigte: „Es gibt beim Jüngsten Gericht nur eine einzige Frage: Hast du geliebt?“
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