„Flachrelief-Hypothese nicht haltbar“ – neue Studie zum Turiner Grabtuch

Untersuchungen zum Turiner Grabtuch bleiben umstritten – eine neue Studie weist die Flachrelief-Hypothese zurück und betont ungelöste Fragen zur Entstehung des Abbildes. Foto: Dianelos Georgoudis/Wikipedia

Eine neue Untersuchung im Fachjournal Archaeometry stellt die These infrage, das Turiner Grabtuch sei im Mittelalter mithilfe eines Flachreliefs entstanden. Drei Wissenschaftler widersprechen damit einer 2025 veröffentlichten Studie und verweisen auf gravierende technische und historische Probleme, wie die katholische Nachrichtenagentur CNA am 15. Februar 2026 berichtete.

Die Forscher Tristan Casabianca, Emanuela Marinelli und Alessandro Piana kommen in ihrer Replik zu dem Schluss, dass die digitale Rekonstruktion des brasilianischen Forschers Cicero Moraes weder die Bas-Relief-Hypothese noch einen mittelalterlichen Ursprung stütze. Moraes hatte argumentiert, die Konturen des Tuchs ließen sich besser durch die Kontaktfläche eines Flachreliefs als durch einen menschlichen Körper erklären.

Laut der neuen Studie wurden jedoch wesentliche physikalische Eigenschaften des Originals in der Simulation nicht berücksichtigt. Dazu zählen die extrem oberflächliche Bildstruktur des Gewebes sowie nachgewiesene Blutspuren, die nach Ansicht der Kritiker mit bekannten künstlerischen Techniken des Mittelalters nicht vereinbar sind.

Die Autoren bemängeln außerdem handwerkliche Fehler, etwa eine vertauschte anatomische Ausrichtung und die Nutzung einer einzigen historischen Fotografie statt moderner hochauflösender Aufnahmen. Auch die gewählten Parameter – darunter eine angenommene Körpergröße von 180 Zentimetern sowie die Verwendung von Baumwolle statt Leinen – hätten das Ergebnis verfälscht.

Neben technischen Einwänden kritisieren die Wissenschaftler historische Schlussfolgerungen Moraes’. Seine Argumentation verknüpfe künstlerische Praktiken aus unterschiedlichen Epochen anachronistisch. Zudem sei die Flachrelief-Theorie keineswegs neu: Varianten dieser Hypothese seien bereits seit den 1980er-Jahren untersucht und verworfen worden, während frühere Analysen Malerei oder Reliefkontakt als Entstehungsursache ausgeschlossen hätten.

Das Turiner Grabtuch ist ein in der Römisch-Katholischen Kirche verehrtes Leinentuch mit dem schwachen Abbild eines gekreuzigten Mannes, das von vielen Gläubigen mit Jesus Christus in Verbindung gebracht wird; aufbewahrt wird es im Turiner Dom in Turin.

Die UOJ berichtete zuvor, dass eine neue Publikation das byzantinisches Christentum in Ungarn beleuchtet.

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