Bischof Meier warnte vor Rückkehrforderungen für syrische Flüchtlinge

Das griechisch-orthodoxe Kloster der hl. Thekla von Ikonium. Foto: Kirche und Leben

Das griechisch-orthodoxe Kloster der hl. Thekla von Ikonium. Foto: Kirche und Leben

Der Augsburger Bischof Bertram Meier, Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, hat sich gegen pauschale Rückkehrforderungen für syrische Flüchtlinge ausgesprochen. Nach einem dreitägigen Besuch vor Ort betonte er, die Lage in Syrien sei nach wie vor instabil und vielschichtig. Ohne verlässliche Sicherheit, Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten sowie eine tragfähige gesellschaftliche Perspektive sei eine Rückkehr für viele derzeit nicht umsetzbar. Darüber berichtete Kirche und Leben.

Meier wies auf den dramatischen Rückgang der christlichen Bevölkerung in Syrien hin. Lebten vor Kriegsbeginn noch etwa 1,5 Millionen Christen im Land, geht man heute von nur noch rund 250.000 bis 400.000 aus. Trotz beachtlicher geistlicher Kraft zeigten sich viele Gemeinden tief erschöpft. Armut, Inflation und fehlende Zukunftsaussichten trieben vor allem die jungen Menschen zur Flucht und Auswanderung, während die Kirchen gleichzeitig mit wachsenden sozialen und seelsorglichen Aufgaben konfrontiert seien.

Mit Blick auf die neue islamistisch geprägte Übergangsregierung zeigte sich Meier zurückhaltend. Zwar gebe es Anzeichen für Dialogbereitschaft gegenüber Minderheiten, doch sei unklar, ob diesen Gesten auf Dauer Taten folgten. Die Kirchen stünden vor der schwierigen Aufgabe, unter instabilen politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen Halt zu geben und ihre Gemeinden zu stärken.

Zuvor hat die UOJ berichtet, dass Metropolit Mark einen achttägigen Pastoralbesuch in Italien angekündigt hat.

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