Europäischer Gerichtshof prüft Einreiseverbote für Christen in der Türkei

Der EGMR prüft Beschwerden gegen Einreiseverbote für ausländische Christen. Foto: Michael Jerrard / Unsplash

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat 20 Beschwerden von Christen angenommen, denen die Einreise in die Türkei verweigert wurde. Die Kläger werfen den Behörden vor, sie ohne strafrechtliche Grundlage als Sicherheitsrisiko einzustufen und dadurch auszuweisen oder an der Wiedereinreise zu hindern, wie die katholische Nachrichtenagentur CNA am 11. Februar 2026 berichtete.

Die Verfahren, die von der Menschenrechtsorganisation ADF International unterstützt werden, wurden offiziell an die türkische Regierung übermittelt. Diese soll nun zu den Vorwürfen Stellung nehmen. Der Gerichtshof kündigte an, die Fälle wegen ihres inhaltlichen Zusammenhangs gemeinsam zu prüfen.

Hintergrund ist laut Berichten die Praxis, ausländische Christen mit internen Sicherheitscodes wie „N-82“ oder „G-87“ zu versehen. Diese Einstufungen führen nach Angaben der Kläger dazu, dass Pastoren, Missionsmitarbeiter oder Gemeindemitglieder als Gefahr für nationale Sicherheit oder öffentliche Ordnung gelten, obwohl in den dokumentierten Fällen keine strafrechtlichen Anklagen vorliegen.

Menschenrechtsvertreter sehen in der Bündelung der Beschwerden ein mögliches Signal, dass der Gerichtshof ein strukturelles Muster der Diskriminierung prüfen könnte. Ein Bericht protestantischer Kirchenorganisationen nennt für 2024 insgesamt 132 neue Einreiseverbote; insgesamt sollen mehr als 300 Personen betroffen sein.

Die UOJ berichtete zuvor, dass zwei Athos-Heilige vom Ökumenischen Patriarchat offiziell kanonisiert wurden.

Lesen Sie auch

Christen im Südlibanon stehen zwischen Israel und der Hisbollah

Hilfswerk CSI warnt vor Zerstörung christlicher Grenzdörfer und einer dauerhaft gefährdeten Rückkehr.

Metropolit Nektarios: „Griechenland ist durch ideologische Waffen bedroht“

Der Hierarch von Korfu warnte an Mariä Himmelfahrt vor einem Verlust christlicher Werte und der demografischen Zukunft Griechenlands.

Patriarch Porfirije im Kloster Slanci: „Der Glaube ist Vertrauen in Gott“

Der serbisch-orthodoxe Patriarch rief zum Fest der Überführung der Reliquien des heiligen Stephanus zu gelebtem Glauben, Liebe und Vergebung auf.

Bischof Sofian: „Ein Leben im Dienst Gottes und der Menschen“

Rumänisch-orthodoxe Liturgie zu Mariä Himmelfahrt im Kirchenzentrum München gefeiert.

Europas größte Marienstatue in Polen erhielt bischöflichen Segen

Die 55,6 Meter hohe „Figur der barmherzigen Gottesmutter“ wurde am Hochfest Mariä Himmelfahrt in Konotopie gesegnet.

35-jähriges Jubiläum der russisch-orthodoxen Gemeinde in Mainz

Priester Matthias Fröse würdigte die Geschichte der Gemeinde und erinnerte an Erzpriester Sergius Heitz und Erzpriester Johannes Nothhaas