Erster orthodoxer Theologe auf traditionsreichem Lehrstuhl in St. Andrews

Professor Plesteds Forschungsschwerpunkt liegt auf dem christlichen Osten. Foto: Screenshot YouTube

Die Universität St. Andrews hat mit Professor Marcus Plested erstmals einen orthodoxen Theologen auf ihren renommierten Lehrstuhl für Theologie berufen. Die Ernennung gilt als historischer Schritt für die älteste Universität Schottlands und unterstreicht die wachsende Bedeutung des Dialogs zwischen östlicher und westlicher christlicher Theologie, wie die Universität am 9. Februar 2026 auf ihrer Webseite mitteilte.

Damit übernimmt erstmals ein orthodoxer Theologe in der mehr als 600-jährigen Geschichte der Hochschule eine herausragende theologische Professur. Die 1413 gegründete Universität zählt zu den ältesten im englischsprachigen Raum, und der Lehrstuhl gilt als eine der angesehensten Positionen der theologischen Forschung.

Nach Angaben der Universität liegt Plesteds Forschungsschwerpunkt auf dem christlichen Osten, insbesondere auf patristischer, byzantinischer und moderner orthodoxer Theologie sowie auf dem Austausch zwischen orthodoxen und westlichen Traditionen. Der in London ausgebildete Wissenschaftler studierte zunächst Geschichte, später Theologie in Oxford, lehrte in Cambridge und war zuletzt an Forschungseinrichtungen in Princeton tätig.

Plested erklärte, seine Berufung eröffne neue Möglichkeiten für den Dialog zwischen orthodoxer, protestantischer und katholischer Theologie sowie mit der säkularen Welt. Zugleich verwies er auf die historische Bedeutung von St. Andrews als spirituelles Zentrum, das mit den Reliquien des Apostels Andreas verbunden ist.

Auch die Universitätsleitung betonte die Bedeutung der Ernennung. Fakultätsleiter William Tooman würdigte Plested als angesehenen Gelehrten, dessen Arbeit das Verständnis des christlichen Ostens vertiefe und zur Brückenbildung zwischen theologischer Forschung und gesellschaftlichen Fragen beitrage. 

Die UOJ berichtete zuvor, dass ein orthodoxes Typikon aus dem 19. Jahrhundert von Schottland nach Bulgarien zurückgeführt wurde.

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