„Der Leib aber ist nicht für die Unzucht, sondern für den Herrn“

Diakon Igor Willimowski predigte in Krefeld. Foto: Screenshot YouTube

Diakon Igor Willimowski predigte in Krefeld. Foto: Screenshot YouTube

Am 8. Februar 2026 predigte Diakon Igor Willimowski in der russisch-orthodoxen St.-Barbara-Kirche Krefeld über das Gleichnis vom verlorenen Sohn. In seiner Auslegung verband er die paulinische Mahnung zur Verantwortung für den eigenen Leib mit der christlichen Hoffnung auf Umkehr und Vergebung. Die Gemeinde veröffentlichte die Ansprache auf ihrem YouTube-Kanal.

Ausgehend von einem deutschen Sprichwort über die Irreversibilität mancher Entscheidungen machte Diakon Igor Willimowski vor der Gemeinde in Krefeld deutlich, dass menschliches Handeln reale Folgen hat, die nicht einfach rückgängig zu machen sind. Anknüpfend an die Apostellesung aus dem ersten Korintherbrief (1Kor 6,12-20) wies er darauf hin, dass der christliche Glaube den Leib nicht gering schätzt, sondern als Glied Christi und als Tempel des Heiligen Geistes versteht. Leib und Seele gehörten untrennbar zusammen und verlangten daher einen verantwortungsvollen Umgang.

Vor diesem Hintergrund kritisierte der Diakon gesellschaftliche Entwicklungen, in denen voreheliche und außereheliche Beziehungen weithin als unproblematisch oder gar als Norm gelten. Die kirchliche Lehre werde oft als überholt bezeichnet, doch eine Anpassung an beliebige Maßstäbe führe nicht zu größerer Glaubwürdigkeit. Wo Überzeugungen aufgegeben würden, verliere der Glaube seine Orientierungskraft – „sein Salz“, wie es im Evangelium heißt.

Der Geistliche weitete die Mahnung auf weitere leibliche Versuchungen aus. Maßhalten sei auch bei Essen und Trinken geboten, da Maßlosigkeit häufig eine Abwärtsspirale auslöse, die Leib und Seele schade. Christliche Freiheit bedeute nicht Grenzenlosigkeit, sondern die bewusste Ausrichtung des ganzen Menschen auf Gott.

Den Abschluss bildete der Blick auf das Evangelium vom verlorenen Sohn (Lk 15,11-32). Trotz schwerer Verfehlungen eröffne die aufrichtige Umkehr einen neuen Anfang. Wie der Vater im Gleichnis den heimkehrenden Sohn mit Freude aufnimmt, so sei auch Gottes Barmherzigkeit größer als menschliches Versagen. Diese Hoffnung auf Vergebung und Wiederherstellung bilde den Kern der christlichen Botschaft.



Die UOJ berichtete zuvor, dass die russische Auslandskirche einen Bericht zur Sanierung des Synodalsitzes vorgelegt hatte.

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