Erzpriester Slobodan Tijanić: „Kirche ist ein Ort der Begegnung für die Seele“

Zu Ehren des Heiligen Sava kamen viele Gläubige in das Frankfurter Gotteshaus. Foto: Gemeinde

Die Frankfurter St.-Sava-Akademie am 27. Januar 2026 stand in diesem Jahr ganz im Zeichen einer theologischen Grundsatzrede von Erzpriester Stavrophor Slobodan Tijanić. Der Geistliche beschrieb die Kirche als geistliches Zuhause der Diaspora und den Heiligen Sava als bleibenden Maßstab für Glauben, Identität und Gemeinschaft. Darüber berichtete die Gemeinde auf ihrer Facebook-Seite.

Nach Abendgottesdienst und Weihe der Slava-Gaben eröffnete Erzpriester Tijanić die Akademie mit einer Predigt, die das Zentrum des Abends bildete. Er erinnerte daran, dass der heilige Sava „die Menschen nicht zuerst mit Worten, sondern mit seinem Leben“ gelehrt habe und sein Wirken „zutiefst eucharistisch und kirchlich“ gewesen sei. In einer Zeit der Zerstreuung bleibe sein Aufruf zur Versammlung aktuell: „Zerstreuung gebiert Vergessenheit, Versammeln gebiert Sinn.“

Der Prediger warnte vor einer Welt, die „Wissen ohne Weisheit, Freiheit ohne Verantwortung und Identität ohne Wurzeln“ anbiete. Eine solche Welt bringe zwar Individuen, aber keine Persönlichkeiten hervor. Dem stellte er die Kirche gegenüber: Sie sei in der Diaspora „keine Institution, sondern ein menschliches Bedürfnis“, ein Ort, an dem Menschen nicht nach Macht, sondern nach Sinn zusammengeführt würden.

Besonderes Gewicht legte Tijanić auf die Bedeutung für die junge Generation. Wenn Kindern nur Sprache oder Bräuche hinterlassen würden, bleibe es bei einer äußeren Form. „Aber wenn wir ihnen die Kirche hinterlassen, hinterlassen wir ein Ganzes, wir hinterlassen Leben – in seinem tiefsten Sinne.“ Die Kirche sei der Raum, in dem Freiheit als Fähigkeit zum Guten verstanden werde und ein Kind lerne, „wer es ist und warum es da ist“.

Auch der Generalkonsul der Republik Serbien, Aleksandar Đurđić, knüpfte an diese Gedanken an und würdigte den Heiligen Sava als Bindeglied zwischen Heimat und Diaspora. Das anschließende Programm der Schüler des serbischen Zusatzunterrichts sowie der Chöre „Heiliger Basilius von Ostrog“ und „Kolibri“ verlieh dem Abend einen festlichen Rahmen.

Zum Abschluss erhielten die Kinder Geschenke – Ausdruck jener Fürsorge, die, wie Tijanić sagte, den Geist des heiligen Sava bis heute lebendig halte: „Solange ein Kind im Tempel ist, gibt es Zukunft.“

Die UOJ berichtete zuvor, dass die serbisch-orthodoxe Gemeinde zur Kreuzverehrung in den Limburger Dom einlädt.


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