Laut Islamwissenschaftlerin steht der Hidschab nicht nur für Unterdrückung

Zwei Frauen im Kopftuch. Foto: Katholische Kirche Österreich

Die Islamwissenschaftlerin Riem Spielhaus betont, dass das Kopftuch vielfältigere Bedeutungen habe als oft angenommen. Es könne ein religiöses Symbol der Bescheidenheit sein, ein Zeichen kultureller Herkunft oder auch ein modisches Accessoire. Keine Frau, die ein Kopftuch trägt, ist deshalb automatisch fremdbestimmt oder unterdrückt. Vielmehr gehen Musliminnen auf sehr persönliche und unterschiedliche Weise damit um. Darüber berichtete Katholische Kirche Österreich.

Spielhaus sieht das Kopftuchverbot für junge Mädchen daher nicht als Selbstbestimmungsdebatte, sondern als Identitätsfrage: Was gilt als „österreichisch“ und wie wird sichtbare Andersartigkeit bewertet? Religiöse Symbole stören im säkularen Raum oft, weil sie irritieren und nicht zur erwarteten Anpassung passen. Viele junge Frauen tragen das Kopftuch heute selbstbewusst als modisches Statement und Ausdruck ihrer Religion.

Spielhaus verwies darauf, dass das Kopftuch in Ländern wie dem Iran ein politisches Statement ist. Sie warnte davor, ein Verbot automatisch als Befreiung von patriarchalen Strukturen zu sehen, da Frauenfeindlichkeit kein rein muslimisches Phänomen sei. Statt Verbote zu fordern, sprach sie sich für mehr Bildung, besonders für Jungen, sowie persönlichen Austausch aus, um das Thema zu entkrampfen und das Kopftuch zu entmythologisieren.

Zuvor hat die UOJ berichtet, dass in Antwerpen kurdische Demonstranten bei einem Messerangriff verletzt wurden.

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