Neue Ausgabe von „Der Bote“ mit theologischen Schwerpunkten erschienen

Das Kloster Buchendorf feierte sein 20-jähriges Bestehen. Foto: ROKA

Mit ihrer neuen Ausgabe setzt die Zeitschrift „Der Bote“ thematisch theologische Schwerpunkte fort. Als offizielles Publikationsorgan der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland (ROKA) in Deutschland erscheint das Heft zweisprachig in Deutsch und Russisch und richtet sich damit an eine breite Leserschaft innerhalb der Diözese und darüber hinaus. Das Heft für das vierte Quartal ist am 23. Januar 2026 erschienen und steht auf der Webseite zum Download bereit.

Eröffnet wird die Ausgabe mit der Weihnachtsbotschaft von Metropolit Mark, die das Geheimnis der Menschwerdung Christi in Beziehung zu Glauben, Kirche und Gegenwart setzt. Einen zentralen theologischen Beitrag liefert Bischof Hiob von Stuttgart mit seiner Abhandlung „Das Glaubensbekenntnis als Mystagogie“. Darin versteht er das nizäno-konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis nicht als bloßes historisches Konsensdokument, sondern als lebendiges Gebet der Kirche und als wesentlichen Bestandteil der Göttlichen Liturgie, der die Gläubigen in das Mysterium des Glaubens hineinführt.

Christologisch vertieft wird dieser Ansatz im Beitrag „Wahrer Gott vom wahren Gott“ von Erzpriester Nikolai Artemoff, der das Erste Ökumenische Konzil von Nizäa als Antwort der Kirche auf immer wiederkehrende Versuche deutet, Christus auf einen Lehrer oder Propheten zu reduzieren. Das nizänische Bekenntnis erscheint dabei als klare Bekräftigung der Einzigartigkeit Christi als Sohn Gottes und Logos.

Weitere geistliche Akzente setzen der Kommentar des heiligen Justin von Ćelije zum Johannesevangelium sowie der Beitrag von Diakon Nikolaj Klein über das „Mysterium der Liebe“.

Kirchengeschichtliche und institutionelle Perspektiven bieten der Aufsatz von Erzpriester Valentin Asmus über Metropolit Antonij (Chrapovickij) und die panorthodoxe Einheit sowie der Beitrag von Anatolij Vladimirovich Kinstler zum Archiv der Berliner und Deutschen Diözese der Russischen Auslandskirche. Abgerundet wird das Heft durch den Abschnitt „Aus dem Leben der Diözese“ mit Berichten aus den Monaten Oktober bis Dezember.

Besondere Würdigung erfährt zudem das 20-jährige Bestehen des ROKA-Frauenklosters Buchendorf, das dem Gedenken an die heilige Märtyrerin Elisabeth geweiht ist. In einem Glückwunschschreiben betont Metropolit Mark, dass unter der Leitung von Äbtissin Maria ein neues geistliches Zentrum des Gebets entstanden sei, das viele Pilger anziehe und insbesondere durch Klosterlager für Mädchen junge Gläubige im orthodoxen Glauben stärke und ihnen Kraft für ihr Leben in einer herausfordernden Welt vermittle.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Christophe Levalois neuer Präsident des Orthodoxen Instituts St. Sergius ist.

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