Bischof Johannes: „Leiden und Prüfungen sind Teil des christlichen Zeugnisses“

Bischof Johannes von Branitsa während der bischöflichen Liturgie zum Fest des heiligen Maximus in Sofia. Foto: Patriarchat

Mit einer feierlichen bischöflichen Liturgie in der Kirche „Heiliger Erzdiakon Stefan“ in Sofia hat die Bulgarisch-Orthodoxe Kirche am 21. Januar 2026 das Fest des heiligen Maximus des Bekenners begangen. Den Gottesdienst leitete Bischof Johannes von Branitsa, erster Vikar des Metropoliten von Sofia und bulgarischen Patriarchen Daniil, wie das Patriarchat auf seiner Webseite berichtete.

Zahlreiche Gläubige nahmen an der Feier teil und gedachten des heiligen Maximus, der im ausgehenden 6. und in der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts lebte und als einer der bedeutendsten Bekenner der Orthodoxen Kirche gilt.

In seiner Predigt stellte Bischof Johannes das Leben und das geistliche Vermächtnis des heiligen Maximus in den Mittelpunkt. Der Heilige habe in einer Zeit schwerer kirchlicher Auseinandersetzungen gelebt und sei bereit gewesen, persönliches Leid, Ausgrenzung und Verfolgung auf sich zu nehmen, um die Wahrheit des orthodoxen Glaubens unverfälscht zu bewahren. Dabei habe er nicht aus Starrsinn oder persönlichem Ehrgeiz gehandelt, sondern aus einer tiefen Verwurzelung in der Wahrheit Christi.

Diese Wahrheit, so der Bischof, sei kein abstraktes Konzept und keine Illusion, sondern ein festes Fundament, auf dem das Leben des Christen stehe. Gerade dieses Fundament habe den heiligen Maximus befähigt, Missverständnisse, Ablehnung und Unverständnis – selbst von Menschen aus seinem nahen Umfeld – geduldig zu ertragen. Wer fest auf diesem Fundament stehe, müsse damit rechnen, dass der Weg des Glaubens nicht frei von Prüfungen sei.

Bischof Johannes betonte, dass diese Erfahrung auch dem heutigen Christen nicht fremd sei. Wer sich bemühe, nach der Wahrheit des Evangeliums zu leben, stoße auch heute auf Widerstände – in der Familie, im persönlichen Umfeld oder in der Gesellschaft insgesamt. Der christliche Lebensweg sei daher kein Weg der Bequemlichkeit, sondern ein Weg des Kreuzes. Leiden und Prüfungen dürften nicht als Zeichen des Scheiterns verstanden werden, sondern als Teil des christlichen Zeugnisses.

Abschließend rief der Geistliche die Gläubigen dazu auf, den heiligen Maximus den Bekenner als Vorbild anzunehmen, demütig das persönliche Kreuz zu tragen, das Gott jedem Menschen auf seinem Lebensweg auferlegt, und dabei unbeirrt im Glauben und in der Wahrheit zu verharren. In dieser Treue zur Wahrheit offenbare sich die wahre Freiheit des Christen und seine Gemeinschaft mit Christus.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Patriarch Daniil zu lebendiger Treue im Erbe des heiligen Euthymius aufrief.

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