„Open Doors“: Christenverfolgung erreichte neuen Höchststand

Laut „Open Doors“ sind Millionen Gläubige von Gewalt, Repression und Diskriminierung betroffen. Der Schwerpunkt: islamische Staaten.

Der Weltverfolgungsindex 2026 des Hilfswerks „Open Doors“ zeigt eine erneute Verschärfung der Lage für Christen weltweit. Rund 388 Millionen Menschen sind demnach einem hohen bis extremen Maß an Verfolgung ausgesetzt. Der Bericht wurde am 14. Januar 2026 veröffentlicht.

Nach Angaben von „Open Doors“ ist die Zahl verfolgter Christen im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Insgesamt seien rund 388 Millionen Christen betroffen – etwa acht Millionen mehr als im Vorjahr. Weltweit wurden 4.849 Christen wegen ihres Glaubens getötet, rund 400 mehr als im vorherigen Berichtszeitraum.

Besonders tödlich ist die Situation in Nigeria. Dort kamen laut „Open Doors“ 3.490 Christen durch christenfeindliche Gewalt ums Leben. Verantwortlich seien vor allem islamistische Gruppen, die insbesondere im Norden des Landes Anschläge und Massaker verübten.

Der Weltverfolgungsindex listet 50 Länder mit der stärksten Christenverfolgung. Auf Platz eins steht erneut Nordkorea, wo Zehntausende Christen in Arbeitslagern interniert seien. Es folgen vor allem islamisch geprägte Staaten wie Somalia, Jemen und Sudan. Syrien rückte nach der Machtübernahme einer islamistischen Regierung erstmals auf Platz sechs vor; viele Christen hätten das Land verlassen.

Auch Subsahara-Afrika bleibt ein Schwerpunkt der Verfolgung. In 14 Ländern der Region nutzten islamistische Gruppen schwache staatliche Strukturen aus. In China verschärfte der Staat laut „Open Doors“ den Druck auf christliche Gemeinden durch neue Vorschriften, insbesondere im Online-Bereich.

„Open Doors“ ist ein überkonfessionelles christliches Hilfswerk, das sich in rund 60 Ländern der Welt für Christen einsetzt, die aufgrund ihres Glaubens benachteiligt oder verfolgt werden. Die deutsche Niederlassung des internationalen Werkes befindet sich in Kelkheim bei Frankfurt am Main. „Open Doors“ hat seit 2003 das Spendensiegel der Deutschen Evangelischen Allianz.

Die UOJ berichtete zuvor, dass der zweite orthodoxe Jugendrat in Frankfurt geistliche Akzente setzte.

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