Metropolit Grigorije: „Gerecht ist, wer auf Gottes Stimme hört“
Metropolit Grigorije legt das Evangelium vom gerechten Josef aus. Foto: Eparchie
Am Sonntag, dem 11. Januar 2026, hat der serbisch-orthodoxe Metropolit Grigorije von Düsseldorf und Deutschland in der Berliner Kirche des heiligen Sava die Heilige Liturgie gefeiert. In seiner Predigt legte er das Evangelium des Tages aus und stellte den heiligen Josef als Vorbild eines gerechten Menschen vor, der frei und ohne Zögern auf den Willen Gottes hört. Darüber berichtete die Eparchie auf ihrer Webseite.
Ausgehend vom Evangelium nach Matthäus (2,13–20) erinnerte Metropolit Grigorije daran, dass dem gerechten Josef im Traum ein Engel des Herrn erschien und ihn aufforderte, mit dem Kind und seiner Mutter vor der Verfolgung durch Herodes nach Ägypten zu fliehen. Nachdem Herodes gestorben war, erhielt Josef erneut den göttlichen Auftrag, nach Israel zurückzukehren. Josef stellte im Evangelium keinen Fragen, sondern handelte unmittelbar und übernehme Verantwortung für Maria und das Christuskind.
An diesem Beispiel erläuterte der Metropolit den biblischen Begriff der Gerechtigkeit. Gerecht sei, wer offen und unverstellt vor Gott stehe und bereit sei, dessen Willen zu hören und ihm zu gehorchen. Dass der Engel zu Josef sagt: „Fürchte dich nicht“ (Mt 1,20), zeige, dass wahre Gerechtigkeit mit innerer Freiheit verbunden sei und nicht von Angst bestimmt werde.
Der Geistliche verband die Evangelienauslegung mit seelsorgerlichen Überlegungen zu menschlichen Beziehungen. Unverarbeitete Traumata und innere Verletzungen erschwerten es, einander wirklich zuzuhören. Wenn aber schon das Hören auf den Mitmenschen durch innere Blockaden behindert sei, werde es umso schwieriger, die Stimme Gottes wahrzunehmen – obwohl Gott, wie der Hebräerbrief bezeuge, „vielfältig und auf vielerlei Weise gesprochen hat“ (Hebr 1,1).
Abschließend rief der Metropolit dazu auf, sich am Beispiel des gerechten Josef zu orientieren: Sorgen, Verletzungen und eigene Rechtfertigungen sollten im Licht der Buße abgelegt werden, damit der Mensch offen werde für Gottes Wirken. Nur so könnten Beziehungen geheilt und die Gemeinschaft mit Gott vertieft werden, wie sie in der Liturgie erfahrbar werde.
Die UOJ berichtete zuvor, dass der zweite orthodoxe Jugendrat in Frankfurt geistliche Akzente setzte.
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