Bischof Irenei warnte vor falscher Weisheit und spiritueller Verirrung
Bischof Irenei von London und Westeuropa erläutert in einer Videokatechese die Bedeutung der Anathemen 12 und 13 aus dem Ritus der Orthodoxie. Foto: Screenshot Youtube
Bischof Irenei von London und Westeuropa der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland (ROKA) veröffentlichte am 8. Januar 2026 den fünften Teil seiner Lehrreihe über die Anathemen der orthodoxen Kirche. Darin erläutert er, warum die Kirche vor falscher Weisheit, religiöser Sophisterei und okkulten Praktiken warnt, die Christus relativieren und Gläubige von der geoffenbarten Wahrheit wegführen. Die Betrachtungen des Bischofs werden in englischer Sprache auf dem YouTube-Kanal „Patristic Nectar“ eingestellt.
In seiner Katechese setzt Bischof Irenei die Auslegung der insgesamt 17 Anathemen als pastorale Leitlinien der Orthodoxie fort und widmet sich diesmal den Anathemen 12 und 13. Diese markieren nach seinen Worten einen Übergang von den dogmatischen Auseinandersetzungen der frühen Konzilien zu geistlichen Fehlentwicklungen, die besonders in der neueren Geschichte an Bedeutung gewonnen haben. Die Kirche reagiere damit auf neue Formen der Verfälschung ihres Glaubens und erfülle ihren bleibenden pastoralen Auftrag, Gläubige vor geistlichem Schaden zu bewahren.
Das 12. Anathema richtet sich gegen Theosophie und ähnliche Strömungen, die behaupten, Christus sei mehrfach in der Geschichte in verschiedenen Gestalten erschienen oder göttliche Weisheit lasse sich aus anderen Quellen als dem fleischgewordenen Sohn Gottes gewinnen. Bischof Irenei betont, dass Christus ein für alle Mal Mensch geworden sei und dass wahre göttliche Weisheit allein in ihm und in seiner Kirche zu finden sei. Die Suche nach spiritueller Erkenntnis außerhalb dieser Offenbarung führe unweigerlich in die Irre, auch wenn sie mit christlichen Elementen vermischt werde.
Im 13. Anathema geht es um Okkultismus, Spiritismus und ausdrücklich auch um die Freimaurerei. Der Bischof erläutert, dass es dabei nicht um sensationelle Dämonenvorstellungen gehe, sondern um geistliche Täuschung: Dämonischer Einfluss zeige sich vor allem darin, Menschen von Gott wegzuführen und sie dazu zu verleiten, Wahrheit, Führung oder Zukunftserkenntnis aus anderen Quellen zu suchen. Organisationen oder Weltanschauungen, die Gott relativierten oder individuell definierbar machten, seien mit dem orthodoxen Glauben unvereinbar.
Abschließend ruft Bischof Irenei von London zur Umkehr auf. Wer erkenne, dass er sich auf Irrwege begeben habe, solle nicht verzweifeln, sondern durch Reue und Rückkehr zur geoffenbarten Wahrheit Heilung suchen. Die Anathemen versteht er dabei nicht als bloße Verurteilungen, sondern als klare Wegweiser, die Gläubigen helfen sollen, im Vertrauen auf Gott und seine Offenbarung zu bleiben.
Folge 5: Falsche Weisheit und Sophistik, Okkultismus und spirituelle Verblendung
Folge 4: Sakramente, heilige Väter, Ikonen
Folge 3: Jungfrauengeburt, Heiliger Geist, Göttliches Gericht
Folge 2: Wesensgleichheit, Menschwerdung, Erlösung
Folge 1: Einführung, Gottesexistenz
Die UOJ berichtete zuvor, dass Bischof Irenei mit seiner Weihnachtsbotschaft einen Aufruf zu Dankbarkeit, innerer Erneuerung und gelebter Liebe durch die Geburt Christi verband.
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