Erzpriester Matthias Zierenberg: Geburt Christi als radikale Zeitenwende

Erzpriester Matthias Zierenberg predigt in der serbisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Lubentius in Limburg-Dietkirchen. Foto: Screenshot YouTube

In seiner Predigt zum Hochfest der Geburt Jesu am 7. Januar 2026 in der deutschsprachigen serbisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Lubentius in Limburg-Dietkirchen deutete Erzpriester Matthias Zierenberg die Geburt Christi als geistliche und weltgeschichtliche Zeitenwende, die jeden Menschen zur Entscheidung herausfordert. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.

Erzpriester Matthias Zierenberg beschrieb die Geburt Christi in Bethlehem (Mt 2,1-12) als ein „geistliches Erdbeben“, das Himmel und Erde erschüttere. Mit der Menschwerdung Gottes beginne nicht nur eine neue Zeitrechnung, sondern eine grundlegende Wendung der Geschichte hin zur Ewigkeit Gottes. Weihnachten sei daher keine bloße historische Zäsur oder geopolitische Verschiebung, sondern der entscheidende Eingriff göttlicher Wahrheit in die Welt.

Bethlehem deutete der Prediger als theologischen Schlüsselbegriff: „Haus des Brotes“ stehe für Christus selbst als Brot des Lebens. Auch die zeitliche Einordnung „zur Zeit des Königs Herodes“ sei mehr als eine historische Angabe, sondern erfülle alttestamentliche Verheißungen. Mit dem Auftreten Herodes, eines nichtjüdischen Herrschers, sei deutlich, dass die Zeit der alten Ordnung beendet und das Kommen des Messias unausweichlich geworden sei.

Erzpriester Matthias Zierenberg stellte die Hirten und die Weisen aus dem Morgenland als zwei Gruppen vor, die stellvertretend für Juden und Heiden zur Krippe kommen. Während die Hirten durch die Offenbarung der Schrift geführt würden, fänden die Weisen durch den Stern Christi zum Glauben. Dieser Stern sei kein gewöhnliches Himmelsphänomen, sondern ein göttliches Zeichen, das die suchenden Seelen zum wahren Licht führe und ihnen die Göttlichkeit Christi offenbare.

Demgegenüber stellte der Erzpriester die Reaktion der Welt, verkörpert durch Herodes. Dessen Angst um Macht und Einfluss führe zu Verblendung und Gewaltbereitschaft. Der Geistliche warnte vor einer Welt, die Weihnachten als Schwäche missverstehe, christliche Inhalte durch Oberflächlichkeit ersetze und sich nur scheinbar für Gott interessiere. Abschließend rief er die Gläubigen dazu auf, sich nicht von dieser „Unvernunft der Macht“ täuschen zu lassen, sondern wie Hirten und Weise auf Christus zu hören und sich vom Licht Gottes auf dem Weg zur Erlösung führen zu lassen.



Die UOJ berichtete zuvor, dass der serbisch-orthodoxe Metropolit Grigorije von Düsseldorf und Deutschland am Heiligabend, dem serbischen Badnji dan, die Göttliche Liturgie in der Auferstehungskirche in Berlin feierte.

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