Erzpriester Matthias Zierenberg predigte über das Geheimnis der Menschwerdung
Erzpriester Matthias Zierenberg bei der Predigt in der serbisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Lubentius in Limburg-Dietkirchen. Foto: Screenshot YouTube
In seiner Predigt am Sonntag, dem 4. Januar 2026, in der deutschsprachigen serbisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Lubentius in Limburg legte Erzpriester Matthias Zierenberg das Evangelium nach Matthäus 1,1–25 aus. Im Mittelpunkt stand die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus, der Stammbaum Jesu als Heilsbotschaft sowie die Frage, warum Gott oft verkannt wird. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.
Ausgehend von der Geburt Christi betonte Erzpriester Matthias Zierenberg, dass Gott die Erwartungen der Menschen bewusst durchkreuze. Statt als machtvolle Erscheinung komme Gott als unscheinbares Kind zur Welt. Diese Niedrigkeit sei kein Widerspruch, sondern der Kern des göttlichen Heilsplans: Gott werde wahrer Mensch, nicht bloß Geist, Idee oder moralisches Vorbild, sondern real und vollständig mit der Menschheit verbunden.
Der Evangelist Matthäus verstehe sein Werk als „Buch der Geburt Christi“, erläuterte der Prediger. Der Stammbaum Jesu mache deutlich, dass Christus von Adam her zur ganzen Menschheit gehöre. Jesus sei der verheißene Messias, Sohn Davids und zugleich Sohn Abrahams, durch den alle Völker gesegnet werden sollen. Damit richte sich das Evangelium nicht nur an Israel, sondern an alle Menschen.
Besonders hervorgehoben wurde die bewusste Nennung problematischer Ahnen im Stammbaum Jesu, darunter Heiden, Sünder und moralisch belastete Personen. Gerade darin zeige sich Gottes Vorsehung: Christus schäme sich nicht der menschlichen Geschichte und nehme sie in ihrer Gebrochenheit an. Erlösung gründe nicht auf makelloser Herkunft oder äußerer Zugehörigkeit, sondern auf persönlicher Umkehr und Verantwortung für das eigene Leben.
Abschließend übertrug Erzpriester Matthias Zierenberg diese Botschaft auf die Kirche der Gegenwart. Wie die Geburt Christi erscheine auch die Kirche oft unscheinbar und leise in einer lauten Welt. Doch gerade in ihrer Bescheidenheit, im Evangelium und in den Sakramenten, liege ihre rettende Kraft. Die Gläubigen seien aufgerufen, sich für dieses Geheimnis zu öffnen und die Menschwerdung Gottes bewusst anzunehmen.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Metropolit Grigorije den heiligen Ignatius von Antiochia in Hildesheim ehrte.
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