Österreich: Ministerin warnte vor Verharmlosung der Christenverfolgung

Claudia Plakolm sprach von falsch verstandener Toleranz, wenn Christenverfolgung nicht thematisiert werde. Foto: Screenshot YouTube

Claudia Plakolm sprach von falsch verstandener Toleranz, wenn Christenverfolgung nicht thematisiert werde. Foto: Screenshot YouTube

Österreichs Europa-, Integrations- und Familienministerin Claudia Plakolm (ÖVP) hat davor gewarnt, Christenverfolgung zu relativieren, und ein klares Bekenntnis zur Religionsfreiheit gefordert. In einem Interview mit der katholischen Wochenzeitung Die Tagespost sagte sie: „Wir müssen christenfeindliche Straftaten genauso laut und ernst ansprechen, wie jegliche andere Form von Hass.“ Darüber berichtete das katholische Nachrichtenportal CNA am 2. Januar 2026.

Plakolm kritisierte, dass Angriffe auf Kirchen, Entführungen von Priestern und Drangsalierungen christlicher Gemeinden in Europa oft heruntergespielt würden. „Wenn Kirchen angezündet, Priester entführt und christliche Gemeinden bedrängt werden, ist das in der öffentlichen Debatte bei uns kein großes Thema“, so die Ministerin. Österreich nehme die Verfolgung religiöser Minderheiten ernst und habe Maßnahmen zur Förderung der Religionsfreiheit umgesetzt.

Dazu zählt die Gründung der Ombudsstelle für den Schutz verfolgter religiöser Minderheiten 2023, die 2024 in eine eigenständige Stabstelle überführt wurde. Diese sammelt Informationen, erstellt Berichte und arbeitet mit Organisationen wie Missio, Kirche in Not und dem Malteser-Ritterorden zusammen, um weltweit Schutz zu leisten. Plakolm betonte, dass Straftaten nicht verharmlost werden dürften: „Religionsfreiheit ist eine zentrale Menschenrechtsfrage unserer Zeit.“

Die Ministerin sprach auch über die symbolische Bedeutung des Kreuzes in Schulen: „Es ist unsere Aufgabe, die Grundprinzipien der Freiheit zu bewahren. Das Kreuz in den Schulklassen ist nicht verhandelbar.“

Hintergrund der Debatte sind steigende Zahlen antichristlicher Gewalt in Europa: 2024 registrierte die Beobachtungsstelle OIDAC insgesamt 2211 Hassdelikte, darunter 274 Angriffe auf Personen – ein Hinweis auf ein „Klima wachsender Intoleranz“.

„Acht von zehn Gläubigen in Österreich sind Christen“, erinnerte sie. Es sei falsch, „mit unserem christlichen Glauben zu fremdeln“. Das sei „falsch verstandene Toleranz“.

Die UOJ berichtete zuvor, dass zum Jahreswechsel zwei neue deutschsprachige orthodoxe Kalender für 2026 erschienen sind.

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