Vatikan setzte Diplomatie für Frieden in der Ukraine an erste Stelle

Erzbischof Georg Gänswein setzt sich als Apostolischer Nuntius für Frieden und Dialog in Osteuropa ein. Foto: EWTN

Erzbischof Georg Gänswein setzt sich als Apostolischer Nuntius für Frieden und Dialog in Osteuropa ein. Foto: EWTN

Der römisch-katholische Erzbischof Georg Gänswein, Apostolischer Nuntius in Estland, Lettland und Litauen, erklärte in einem Interview, dass die „oberste Priorität der Diplomatie des Heiligen Stuhls“ darin liege, sich für einen gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine einzusetzen. Angesichts wachsender Spannungen und militärischer Angriffe sei die Suche nach Frieden eine besonders dringliche Aufgabe, wie das katholische Nachrichtenportal CNA am 30. Dezember 2025 berichtete.

Erzbischof Gänswein betonte, die vatikanische Diplomatie nutze alle vorhandenen Mittel, um den Konflikt zu entschärfen. Er räumte ein, dass diese Bemühungen derzeit realpolitisch begrenzt seien, dies aber keineswegs ein „Armutszeugnis“, sondern ein Ansporn sei, neue Wege des Dialogs zu finden.

Kurz nach seiner Wahl hatte Papst Leo XIV. der Ukraine und Russland ein Friedensangebot unterbreitet. Die Ukraine nahm das Angebot an, Russland lehnte ab, wodurch eine Vermittlung durch den Vatikan zunächst blockiert wurde. „Eine Reise des Papstes in die Ukraine erscheint gegenwärtig kaum realisierbar“, so der Erzbischof, da die Kämpfe zugenommen haben und es auf russischer Seite offenbar keinen ernsthaften Friedenswillen gibt.

Auch im Baltikum wachse die Angst vor einer Ausweitung des Konflikts, erklärte der der vatikanische Botschafter und frühere Privatsekretär von Papst Benedikt XVI. Auslöser seien unter anderem Drohnenüberflüge über Polen und Dänemark, Verletzungen des Luftraums in Estland, Schmuggelballons in Litauen sowie politische Spannungen zwischen Litauen und Belarus. Diese Ereignisse würden als Provokationen aus dem Osten wahrgenommen, die Unsicherheit stiften sollen.

Abschließend erinnerte Gänswein an die christliche Hoffnung, die den Menschen trotz der angespannten Lage Mut gebe: „Die Menschen sehnen sich vor allem nach einer friedlichen Zukunft.“

Die UOJ berichtete zuvor, dass der rumänische Patriarch Daniel zum Jahreswechsel über Zeit und Ewigkeit reflektierte.

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