Patriarch Daniel eröffnete Gedenkjahr der christlichen Familie
Feierliche Ausrufung des Gedenkjahres 2026 durch Patriarch Daniel. Foto: Patriarchat
Mit einer feierlichen Zeremonie in der Patriarchalkathedrale hat Patriarch Daniel das Jahr 2026 im Rumänischen Patriarchat offiziell eröffnet. Es ist ein Gedenkjahr der Seelsorge an der christlichen Familie und Gedenkjahr der heiligen Frauen des Kirchenkalenders, wie das Patriarchat auf seiner Webseite berichtete.
Patriarch Daniel bezeichnete die Familie als „Kern der christlichen Gemeinschaft“ und hob die christliche Frau, Ehefrau und Mutter als „Quelle des Glaubens, der Nächstenliebe und der unerschütterlichen Frömmigkeit“ hervor. Das Gedenkjahr solle die Aufmerksamkeit der Kirche und der Gesellschaft auf die grundlegende Bedeutung der Familie sowie auf den geistlichen Beitrag der Frauen zur Weitergabe des Glaubens von Generation zu Generation lenken.
In seiner Ansprache erläuterte der Patriarch die theologischen Gründe für die Ausrufung des Gedenkjahres. Die Heilige Schrift beschreibe Gottes Beziehung zur Welt als eine Beziehung von Ehe und Familie. In Schrift und Tradition werde zudem der besondere Wert gläubiger Frauen für das Leben und die Mission der Kirche deutlich, insbesondere in ihrer Rolle als Glaubenszeuginnen innerhalb der Familie.
Ein zentrales Beispiel dafür sei die Verehrung der Gottesmutter Maria, die die Kirche als Panagia, die Allerheiligste, ehre. Maria sei zugleich Jungfrau und Mutter und stehe als Sinnbild für die Kirche selbst: geheiligt durch die Gnade der Heiligen Dreifaltigkeit, Trägerin Christi und Vorbild demütiger, barmherziger Liebe. Auch die heiligen Myrrhenträgerinnen zeugten vom Mut und von der Treue gläubiger Frauen, die als erste die Auferstehung Christi bezeugten.
Patriarch Daniel erinnerte zudem an zahlreiche heilige Familien und Frauen der Kirchengeschichte und verwies besonders auf die im vergangenen Jahr bestätigte Heiligsprechung von 16 rumänischen Frauen. Diese neuen Heiligen zeigten, dass der Weg zur Heiligkeit unabhängig von sozialem Stand oder Lebensform sei. Unter ihnen finden sich Mütter, Märtyrerinnen, Monastinnen, Bekennerinnen sowie Ehefrauen von Herrschern, die Kirche und Nation unterstützten.
Abschließend ging der Patriarch auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen ein. Angesichts steigender Scheidungszahlen und zunehmender Suchtprobleme unter jungen Menschen rief er zu einer Intensivierung der kirchlichen Familienpastoral auf. Durch Familienberatungsstellen, Ehevorbereitungsprogramme, soziale Hilfsangebote und die Arbeit kirchlicher Frauenorganisationen wolle die Rumänisch-Orthodoxe Kirche konkrete Unterstützung für die Stärkung christlicher Familien leisten.
Die UOJ berichtete zuvor, dass der rumänische Patriarch Daniel zum Jahreswechsel über Zeit und Ewigkeit reflektierte.
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