Priester Konstantin Anikin predigte über Dankbarkeit als Weg des Glaubens

Priester Konstantin Anikin während der Predigt in der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Isidor zu Berlin. Foto: Screenshot YouTube

Zum 28. Sonntag nach Pfingsten, dem 21. Dezember, predigte Priester Konstantin Anikin in der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Isidor zu Berlin (ROK) über die christliche Dankbarkeit als Grundhaltung des Glaubens, ausgehend vom Evangelium von den zehn Aussätzigen. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.

Ausgehend von einem Wort des heiligen Augustinus erinnerte Priester Konstantin Anikin daran, dass Dankbarkeit im Alltag beginne: für Nahrung, Schutz, Mitmenschen und das Leben selbst. Vieles werde heute als selbstverständlich angesehen, obwohl es letztlich Gabe Gottes sei. Demgegenüber fördere die moderne Welt ein Denken, das Erfolg, Sicherheit und Leben allein der eigenen Leistung zuschreibe und Gott ausblende.

Anhand des Evangeliums von den zehn geheilten Aussätzigen (Lk 17,12-19) zeigte der Prediger, wie leicht der Mensch Gottes Wirken vergisst. Obwohl alle zehn geheilt wurden, kehrte nur einer – ein Samariter und damit ein Fremder – zurück, um Christus zu danken. Diese Undankbarkeit sei kein historisches Phänomen, sondern eine bleibende geistliche Gefahr: Menschen beteten um Hilfe, erklärten die Erhörung jedoch später als Zufall.

Der Geistliche schlug den Bogen zur Gegenwart und zur Situation der Kirche in Deutschland. Während viele Getaufte der Kirche fernblieben, fänden gerade Menschen, für die der orthodoxe Glaube neu und fremd sei, bewusst zu Christus. Darin spiegelten sich die Evangelienberichte wider, in denen oft die Ausgegrenzten und Fremden einen tieferen Glauben zeigten als die religiös Selbstverständlichen.

Abschließend rief er zu gelebter Dankbarkeit auf – gegenüber Gott, aber auch gegenüber den Mitmenschen: den Ehepartnern, Eltern, Familienangehörigen und allen, durch die das eigene Leben getragen werde. Die Eucharistie selbst sei Ausdruck dieser Dankbarkeit. Wer dankbar lebe, gleiche dem einen Samariter aus dem Evangelium und lerne, auch in Zeiten der Not Gottes Gegenwart zu erkennen.

Die UOJ berichtete zuvor, dass im neuen Baptisterium des orthodoxen Kirchenzentrums München eine erste Taufe stattfand.

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