Hilfswerk „Kirche in Not“ rief zum Gebet für verfolgte Christen auf

Zum Gebetstag für verfolgte Christen am Stephanustag weist Florian Ripka vom Hilfswerk „Kirche in Not“ auf die weltweit weiterhin angespannte Lage christlicher Gemeinden hin.

Zum Gebetstag für verfolgte und bedrängte Christen am zweiten Weihnachtstag hat das Hilfswerk „Kirche in Not“ auf eine weltweit weiterhin dramatische Lage hingewiesen. Geschäftsführer Florian Ripka sprach für das Jahr 2025 von einer vielerorts „verheerenden“ Situation für Christen. Darüber berichtete das katholische Nachrichtenportal CNA am 26. Dezember 2025.

Christen litten nach Angaben von „Kirche in Not“ unter autoritären Regimen, dschihadistischer Gewalt, religiösem Nationalismus und organisierter Kriminalität. In mehreren Regionen seien Entführungen kirchlicher Mitarbeiter und Lösegelderpressungen zu einem Geschäftsmodell geworden. Zugleich werde moderne Technologie zunehmend zur Unterdrückung eingesetzt: In Ländern wie China, Nordkorea oder Indien würden digitale Überwachung und Künstliche Intelligenz genutzt, um religiöse Minderheiten zu kontrollieren und Hass zu schüren.

Besonders dramatisch sei die Lage in Nigeria, wo Christen regelmäßig Opfer von Entführungen und Morden würden. Die Regierungen in Nigeria und anderen afrikanischen Staaten setzten der Gewalt oft zu wenig entgegen, kritisierte Ripka unter Berufung auf Projektpartner vor Ort. In Lateinamerika warnte er vor militärischem Gegendruck, der die Situation der Zivilbevölkerung weiter verschärfe und Fluchtbewegungen verstärke.

Ripka forderte, Christenverfolgung klar zu benennen – in Kirche, Medien und Politik. Zugleich zeigte er sich vorsichtig hoffnungsvoll über eine stärkere politische Wahrnehmung des Themas in Deutschland und dankte der Bundesregierung sowie dem Beauftragten für Religionsfreiheit, Thomas Rachel, für ihr Engagement.

Auch der Augsburger Bischof Bertram Meier, Vorsitzender der Kommission Weltkirche der römisch-katholischen Bischofskonferenz in Deutschland, erinnerte daran, dass das Martyrium des heiligen Stephanus keine historische Randnotiz sei. Bis heute würden Christen weltweit verfolgt, etwa durch Blasphemiegesetze in Pakistan, Antikonversionsgesetze in Indien oder staatliche Einschränkungen kirchlichen Handelns wie in China.

Die UOJ berichtete zuvor, dass im neuen Baptisterium des orthodoxen Kirchenzentrums München eine erste Taufe stattfand.

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