Priester Dejan Ristić: „Der Mensch ist ein lebendiges Abbild Gottes“

Priester Dejan Ristić (r.) erinnerte in seiner Allerseelenpredigt daran, dass Gott den Menschen nicht nach Gesetzen, sondern nach Liebe beurteilt. Foto: Gemeinde

In seiner Predigt zum Allerseelentag am 1. November 2025 erinnerte Priester Dejan Ristić von der serbisch-orthodoxen Gemeinde München an den heiligen Wert des menschlichen Lebens und die göttliche Freiheit des Glaubens. Ausgangspunkt war das Evangelium, in dem Christus am Sabbat heilt und zeigt, dass der Mensch wichtiger ist als jedes äußere Gesetz. Darüber berichtete die Eparchie auf ihrer Webseite.

Priester Dejan Ristić betonte, Gott sei „ein Gott des Lebens, der Gnade und der Freiheit, nicht der Rituale und Regeln“. Der Sabbat, so der Geistliche, sei kein Tag des Verbots, sondern der Heilung und Menschlichkeit – ein Tag, an dem die Liebe über die Form siegt. Der Mensch sei kein Mittel zum Zweck, sondern das Ziel allen göttlichen Handelns, sagte der Priester unter Bezug auf das Lukasevangelium (Lk 6,1–11).

Jeder Mensch, fuhr er fort, sei ein einzigartiges Abbild Gottes, ein Werk des Schöpfers, das unverlierbare Würde trage. Besonders gedachte der Geistliche der 16 Menschen, die vor genau einem Jahr beim Bahnhofsunglück von Novi Sad ums Leben kamen – ein Ereignis, das er als Mahnung zum Schutz und zur Wertschätzung des Lebens bezeichnete.

Der Priester rief dazu auf, im Gebet für die Verstorbenen auch das eigene Gewissen zu erneuern und die Barmherzigkeit ins Zentrum des Glaubens zu stellen. „Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit“, zitierte er den Apostel Paulus (2 Kor 3,17) – eine Freiheit, die der Liebe entspringt und jede Gleichgültigkeit überwindet.

Die UOJ berichtete zuvor, dass der serbisch-orthodoxe Metropolit Grigorije in Neuwied sein neues Buch vorgestellt hatte.

Lesen Sie auch

Eparchie Šabac forderte Absage von geplanten Pride-Kundgebungen

Das Bischofsamt warnte vor Spannungen und rief orthodoxe Gläubige gleichzeitig zu Gewaltlosigkeit und einem friedlichen Eintreten für christliche Werte auf.

Patriarch Porfirije: Askese soll Raum für Gottes Liebe schaffen

Serbisches Kirchenoberhaupt deutete die Begegnung Jesu mit dem reichen Jüngling als Aufruf zu innerer Freiheit, Demut und Nachfolge Christi.

Metropolit Grigorije: „Mit Christus kann man nicht verhandeln“

Der Geistliche legte in Berlin das Evangelium vom reichen Jüngling aus und rief zur inneren Freiheit und Nachfolge Christi auf.

Patriarch Daniel: Gebet mit einem reinen Leben und Nächstenliebe verbinden

Rumänisch-orthodoxes Kirchenoberhaupt erinnerte an die Begegnung Jesu mit dem reichen Jüngling und rief zu Barmherzigkeit und Großzügigkeit auf.

„Vollkommenheit beginnt, wenn unsere Herzen von jeder Bindung befreit sind“

Erzbischof Tichon von Rusa zelebrierte die Liturgie in München, Priester Anatoly Shefer predigte über den reichen Jüngling und den Weg zum ewigen Leben.

Erzpriester Matthias Zierenberg: Habsucht kann alle Tugenden verderben

Predigt in der serbisch-orthodoxen Gemeinde Limburg-Dietkirchen über den reichen Jüngling und den Weg zum ewigen Leben.