Musk und Vance empörten sich über Graffiti in der Hauptkathedrale der Anglikaner
Graffiti an den Wänden der Kathedrale von Canterbury. Foto: The Independent
Am 10. Oktober 2025 berichtete die Zeitung Christian Today über einen Skandal um eine neue Kunstinstallation in der Kathedrale von Canterbury. Auf die alten Mauern und Säulen des Gotteshauses wurden temporäre Graffitis mit Fragen an Gott aufgebracht. Das Projekt löste heftige Reaktionen in der Öffentlichkeit und bei Politikern aus.
Die Installation mit dem Titel „Hör uns“ wurde von Künstlern aus der LGBT-Gemeinschaft geschaffen. Auf den Wänden erschienen Inschriften wie: „Bist du hier?“ und „Warum hast du Hass geschaffen, wenn Liebe stärker ist?“. Die Leitung der Kathedrale bezeichnete das Projekt als „Brücke zwischen den Kulturen“, doch viele Gläubige empfinden es als Blasphemie.
Der Vizepräsident der Vereinigten Staaten, Jay D. Vance, bezeichnete das Geschehen als „wirklich abscheulich“ und merkte an, dass „die Kirche in ihrem Bestreben, marginalisierten Gemeinschaften zu gefallen, ein wunderschönes historisches Gebäude verunstaltet hat“. Der Gründer von Tesla, Elon Musk, erklärte ebenfalls, dass das Geschehen eine „Schande“ sei.
Eine Reihe von Priestern und britischen Journalisten warfen der Leitung der Kathedrale von Canterbury vor, die heilige Stätte entweiht zu haben. Der Pfarrer der Londoner St. Bartholomew's Church, Marcus Walker, betonte, dass „die Leitung der Kathedrale das Verständnis für das Heilige verloren hat“, und die Fernsehmoderatorin Emma Trimble bezeichnete das Projekt als „Entweihung unter dem Deckmantel der Modernität“.
Unterdessen verteidigt man in der Kathedrale weiterhin die Idee der Ausstellung und behauptet, das Ziel des Projekts sei es, „unbequeme Fragen über den Glauben und die heutige Gesellschaft zu stellen“. Die Ausstellung wird bis Januar 2026 zu sehen sein.
Die Kathedrale von Canterbury, die im 6. Jahrhundert vom hl. Augustinus gegründet wurde, ist nicht nur die Hauptkirche der anglikanischen Kirche, sondern auch ein UNESCO-Weltkulturerbe. Die Graffitis an ihren Wänden wurden von vielen als Sakrileg und Schändung des historischen Erbes angesehen.
Sarah Mallally, die kürzlich zur ersten Erzbischöfin von Canterbury gewählt wurde, hat die Ausstellung öffentlich unterstützt. Sie erklärte, die Kirche müsse „mit der heutigen Gesellschaft in ihrer Sprache sprechen” und sich nicht vor „offenen Formen des Dialogs” fürchten. Genau diese Haltung löste jedoch besondere Empörung unter den Gläubigen aus, die der neuen Führung „die Heiligsprechung der säkularen Kultur” und den „Verlust des Sinns für Heiligkeit” vorwarfen.
Kritikern zufolge ist der aktuelle Skandal ein Zeichen für eine tiefe Krise innerhalb der anglikanischen Kirche, die versucht, die Aufmerksamkeit eines säkularen Publikums auf Kosten ihrer eigenen Traditionen zu gewinnen.
Zuvor hatte die UOJ darüber berichtet, dass in Großbritannien erstmals ein „Seelsorger“ für Atheisten angestellt wurde.
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