Amsterdam: Die Einmischung der armenischen Behörden in die Kirche ist ein Zeichen von Autoritarismus
Robert Amsterdam. Foto: panorama.am
Am 3. September 2025 bezeichnete der Anwalt und internationale Menschenrechtsaktivist Robert Amsterdam die Einmischung der armenischen Regierung in die Angelegenheiten der Kirche als Zeichen für den zunehmenden Autoritarismus im Land. Er veröffentlichte einen entsprechenden Beitrag im sozialen Netzwerk X.
„Die Einmischung der armenischen Regierung in die Angelegenheiten der Kirche ist ein wichtiger Indikator für den zunehmenden Autoritarismus“, schrieb Amsterdam auf der Plattform. Er reagierte auch scharf auf die Worte des armenischen Ministerpräsidenten Nikol Paschinjan, der zuvor ausgerufen hatte: „Die Regierung bin ich!“ Nach Ansicht des Menschenrechtsaktivisten entlarvt diese Aussage vollständig den Charakter der sogenannten Demokratie, die vom Westen oft gepriesen wird.
Amsterdam begleitete seinen Beitrag mit einem Video, das jene Rede von Nikol Paschinjan zeigt. In dem Ausschnitt spricht der Ministerpräsident in scharfer und emotionaler Form über seine vollständige Kontrolle über den Staat und äußert Vorwürfe gegenüber der Armenisch-Apostolischen Kirche.
Die Situation um die Armenisch-Apostolische Kirche spitzte sich zu, nachdem Nikol Paschinjan am 28. August erneut den Katholikos aller Armenier, Karekin II., aufgefordert hatte, seine Residenz in Etschmiadsin freiwillig zu verlassen. Laut den Worten des Ministerpräsidenten sei der Aufenthalt Karekins II. eine „geistige Verschmutzung”, und die Kirche selbst, so seine Ausdrucksweise, benötige eine „geistige Erneuerung”.
Paschinjan betonte, dass der Prozess unter seiner persönlichen Leitung stattfinden werde, und zeigte sich zuversichtlich, dass „die Gesellschaft bald die ersten Ergebnisse sehen werde”. Gleichzeitig versicherte der Regierungschef, dass keine Gewaltmaßnahmen gegen die Kirche ergriffen würden.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass der armenische Ministerpräsident erneut den Rücktritt von Katholikos Karekin II. gefordert habe.
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