Syrisch-orthodoxe Gemeinde Rheda-Wiedenbrück feierte ihren 40. Geburtstag
Metropolit Mor Philoxenus Mattias Nayis, geistliches Oberhaupt der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien in Deutschland, sprach zum Festtag. Foto: Gemeinde
Vor 40 Jahren gründeten 35 aramäische Familien die Gemeinde St. Johannes Apostel in Rheda-Wiedenbrück. Heute zählt die syrisch-orthodoxe Gemeinde rund 325 Familien – viele von ihnen Nachkommen von Christen, die aus Mesopotamien geflohen oder vertrieben worden waren. Beim Festakt zum Gemeindejubiläum am Donnerstag, dem 28. August 2025, wurden nicht nur die Anfänge gewürdigt, sondern auch der Weg in eine neue Heimat, geprägt von Gastfreundschaft, Glaubensstärke und gesellschaftlicher Teilhabe. Darüber berichteten die Neuen Westfälische Zeitung auf ihrer Webseite und die Gemeinde auf ihrer Facebook-Seite.
Zu den Ehrengästen zählte Metropolit Mor Philoxenus Mattias Nayis, geistliches Oberhaupt der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien in Deutschland. Er dankte insbesondere Priester Aziz Esen, der die Gemeinde seit ihrer Gründung begleitet. Auch Gründungsmitglied Eliyo Cetin erinnerte an die schwierige Anfangszeit, sprach aber zugleich von Dankbarkeit gegenüber dem Land, „das uns aufgenommen hat“ – und das durch das Grundgesetz verfolgten Christen Schutz bot.
Das heutige Gotteshaus der Gemeinde – ehemals ein Kino, Möbellager und Warenhaus – wurde 1987 geweiht und vollständig aus Spenden finanziert. Zuvor fanden die Gottesdienste in katholischen und evangelischen Kirchen statt. Diese ökumenische Verbundenheit betonten auch mehrere Redner, darunter Pfarrer Marco Beuermann, der von einer außergewöhnlichen Zusammenarbeit berichtete: In Rheda-Wiedenbrück ziehen bei der Sternsingeraktion Geistliche dreier Konfessionen gemeinsam als Heilige Drei Könige durch die Stadt.
Unter dem Leitwort „Wenn ihr einander liebt“ (Johannes 13,35) erinnerte die Gemeinde an die Kraft der Nächstenliebe, die ihren Weg von der Fremde zur Heimat begleitet habe. In 40 Jahren wurden 858 Kinder getauft und 264 Paare getraut – für Gemeindepriester Aziz Esen Ausdruck einer lebendigen, tief verwurzelten Glaubensgemeinschaft.
Die UOJ berichtete zuvor, dass die syrisch-orthodoxe Gemeinde in Memmingen einen Kirchenbau für 3,5 Millionen Euro plant.
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