Streit um den Neubau der rumänisch-orthodoxen Kirche in Saarbrücken spitzte sich zu
Vorübergehender Gottesdienstraum der Gemeinde der Rumänisch-Orthodoxen Kirche. Foto: Esther Brenner
In Saarbrücken-Burbach spitzt sich der Konflikt um den geplanten Neubau einer rumänisch-orthodoxen Kirche zu. Wie die Saarbrücker Zeitung am 14. Mai 2025 berichtet, lehnen einige Anwohner, unterstützt von der SPD und AfD, den Bau an der bisherigen Stelle am Matzenberg ab und fordern eine Verlagerung der Kirche in ein Gewerbegebiet.
Seit 2012 nutzt die Gemeinde ein ehemaliges Kita-Gebäude am Emsweg provisorisch als Gotteshaus. Beschwerden aus der Nachbarschaft betreffen laut Saarbrücker Zeitung Lärm durch Gottesdienste und Feste sowie chaotische Parkplatzsituation.
Isolde Ries (SPD), ehemalige Bezirksbürgermeisterin, sagte: „Das ist nicht der richtige Ort für eine Kirche“ und schlug einen Standort im Gewerbegebiet nahe den Burbacher AW-Hallen vor. Ihr stimmte ausnahmsweise der AfD-Vizebezirksbürgermeister Werner Schwaben zu. Die Linke hingegen stellte sich mit deutlichen Worten auf die Seite der Gemeinde: „Das hat alles den Beigeschmack von Vertreibung“, sagte André Jordt.
Ein von der SPD beantragter Bürgerdialog wurde nicht durchgeführt, weil der Bezirksrat laut Stadtverwaltung keine rechtliche Kompetenz zur Einberufung einer solchen Versammlung habe. Stattdessen fand lediglich eine Bürgerfragestunde statt. Viele Anwohner äußerten dabei ihr Unverständnis und beklagten mangelnde Information.
In dieser Fragestunde kam es zu einem intensiven Austausch zwischen dem Vertreter der Anwohner, Jörg Wagner, und dem Diakon der Gemeinde, Vasili Spisländer. Spisländer wies die Lärmvowürfe klar zurück: „Wir machen seit Jahren keine Außenveranstaltungen mehr. Es gibt keine Beschwerden bei den Behörden. An hohen Feiertagen kommen mehr als 150 Menschen – wie in jeder Kirche.“
Er betonte, dass die Kinder der Gemeinde mit den Nachbarskindern spielten und dass der geplante Neubau mit 29 Parkplätzen eine Verbesserung sei. „Sie wissen gar nicht, wer wir sind – kommen Sie doch mal!“, appellierte er emotional an die Anwesenden.
Baudezernent Patrick Berberich (CDU) erklärte, dass die Genehmigung des Neubaus noch vom Erbbaurechtsvertrag abhänge, über den der Stadtrat entscheiden müsse. Das geplante Kirchengebäude würde mindestens 150 Meter weiter von den Wohnhäusern entfernt stehen als das jetzige Provisorium.
Früher berichtete UOJ, dass ein deutsches orthodoxes Kloster in Buchhagen ins Visier von Extremisten geraten ist.
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