Im Vatikan wurde das Wettrüsten in Europa kritisiert
Militärische Bomber. Foto: Vatican news
Am 14. März 2025 äußerte Kardinal Jean-Claude Hollerich, Erzbischof von Luxemburg und Mitglied des Kardinalsrates unter Papst Franziskus, scharfe Kritik am kürzlich von den europäischen Führern gebilligten Programm „Aufrüstung Europas“. In einem Interview mit Vatican News bezeichnete der Kardinal das globale Wettrüsten als „äußerst besorgniserregend, wenn nicht gar beängstigend“.
„Das Tabu gegen den Krieg, das die politischen Entscheidungen nach dem Zweiten Weltkrieg prägte, scheint seine Kraft verloren zu haben. Ohne die Wiederherstellung dieses moralischen Bewusstseins wird keine politische Strategie wirksam sein, und der Frieden läuft Gefahr, auf einen gefährlichen Weg abzurutschen“, sagte der Kardinal.
Besondere Aufmerksamkeit widmete der Kardinal dem Programm zur Aufrüstung Europas im Wert von 800 Milliarden Euro. Er erkannte die realen Ängste in den Ländern an, die an Russland grenzen, wie die baltischen Staaten und Moldawien, betonte jedoch, dass jede Verstärkung der militärischen Kapazitäten der Europäischen Union „streng defensiv in ihrer Natur bleiben muss“. Der Kardinal erinnerte daran, dass die EU nach den Trümmern des Zweiten Weltkriegs gerade zur Wahrung des Friedens gegründet wurde: „Der Frieden ist der eigentliche Grund für ihre Existenz; der Bund wurde geschaffen, damit niemals wieder Kriege zwischen den europäischen Nationen oder innerhalb Europas stattfinden.“
Hollerich äußerte auch Besorgnis darüber, dass inmitten der militärischen Großinvestitionen die europäischen Sozialversicherungssysteme in der Krise stecken. In diesem Zusammenhang unterstützte er den Vorschlag von Papst Franziskus: Alle Gewinne aus der inner-europäischen Waffenproduktion sollten zwingend in soziale Initiativen reinvestiert werden.
„Niemand sollte von Waffen profitieren; vielmehr sollten diese Gewinne für den Bau von Krankenhäusern und Schulen verwendet werden“, sagte der Kardinal und fügte hinzu, dass er beabsichtige, diesen Vorschlag bald mit dem Botschafter der Europäischen Union beim Heiligen Stuhl zu besprechen.
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