„Fürchten sollen wir nur, ihm nicht ähnlich zu werden“
Erzpriester Matthias Zierenberg rief in Limburg dazu auf, die von Gott anvertrauten Gaben in Liebe, im Dienst am Nächsten und zur Weitergabe des Glaubens einzusetzen.
Erzpriester Matthias Zierenberg predigte am Sonntag, dem 20. September 2026, in der deutschsprachigen serbisch-orthodoxen Gemeinde des heiligen Lubentius in Limburg-Dietkirchen über das Gleichnis von den anvertrauten Talenten nach Matthäus 25,14–30. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.
Ausgehend von den biblischen Gleichnissen über die Jungfrauen, die Hochzeitsgäste und die anvertrauten Talente stellte Erzpriester Matthias Zierenberg die Frage, ob die Menschen ein falsches Bild von Gott hätten. Nicht der Mensch habe sich Gott ausgesucht, sondern Gott habe ihn erschaffen, mit Fähigkeiten ausgestattet und ihm die Freiheit gegeben, freiwillig zu ihm zurückzukehren und ihn zu lieben. Das Problem liege daher nicht in Gottes Gerechtigkeit, sondern in der menschlichen Gedankenlosigkeit und Trägheit.
Die Talente seien die körperlichen, geistigen und geistlichen Fähigkeiten, die Gott den Menschen anvertraue. Sie sollten diese nicht ungenutzt lassen, sondern zum eigenen Heil und zum Nutzen ihrer Mitmenschen einsetzen. Dazu gehörten die Hilfe für Bedürftige, das Geben von Almosen sowie die Weitergabe und das Vorleben des Glaubens. Auch wer nur wenige Gaben erhalten habe, könne damit Gutes bewirken. Entscheidend sei nicht die Menge, sondern der tätige Einsatz – „fürchten sollen wir nur, ihm nicht ähnlich zu werden“.
Wer sich nicht zutraue, den eigenen Glauben selbst zu vermehren, könne ihn dennoch weitergeben und gemeinsam mit anderen in der Kirche leben. Die kirchliche Gemeinschaft helfe dabei, im Glauben zu wachsen. Der Geistliche ermutigte in seiner Predigt dazu, gute Werke einzuüben, Sanftmut und Vergebung zu praktizieren und sich um ein gutes Leben zu bemühen. Nicht alles müsse aus eigener Kraft gelingen: Hilfe könne man durch die heiligen Sakramente und den Segen der Kirche empfangen. So könnten die Gläubigen der Begegnung mit Gott und seiner Einladung zur himmlischen Seligkeit entgegengehen.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Metropolit Pimen von Europa der Mazedonischen Orthodoxen Kirche – Erzbistum Ohrid den Segen zur Gründung der Gemeinde „Heiliger Erzengel Michael“ in Salzburg gab.