Abt Johannes: Christsein bedeutet, in Treue und Liebe mit Gott verbunden zu sein
Der Vorsteher des Klosters Buchhagen sprach über die Überwindung des Eigenwillens, die geistliche Bedeutung des Kreuzes und den Übergang vom irdischen zum ewigen Leben.
Abt Johannes aus dem Kloster Buchhagen im Weserbergland hat in einer Predigt zum Sonntag nach Kreuzerhöhung dazu aufgerufen, den eigenen Willen, die Ich-Bezogenheit und die Bindung an rein irdische Vorstellungen loszulassen, um sich in Liebe und Treue mit Christus zu verbinden. Entscheidend sei nicht eine bloße Erfüllung religiöser Vorschriften, sondern die Öffnung des Herzens für die Gegenwart Gottes und das Hineinwachsen in das ewige Leben. Das Dreifaltigkeitskloster Buchhagen ist das einzige Kloster der Bulgarisch-Orthodoxen Metropolie von West- und Mitteleuropa in Deutschland. Das Kloster veröffentlichte die Predigt am 19. September 2026 auf seinem YouTube-Kanal.
Ausgehend von der Lesung aus dem Paulusbrief erläuterte Abt Johannes in seiner Predigt den Unterschied zwischen der bloßen Erfüllung religiöser Gesetze und einer inneren, persönlichen Beziehung zu Gott. Während die Einhaltung von Vorschriften und kirchlichen Ordnungen eine notwendige Grundlage des Glaubenslebens bilde, gehe es darüber hinaus um eine tiefe Verbindung mit dem lebendigen Gott. Der Glaube sei nicht lediglich ein Fürwahrhalten, sondern bedeute Treue, Liebe und Ehrfurcht gegenüber Gott.
Das Kreuz Christi und das Kreuz des eigenen Lebens seien dabei von zentraler Bedeutung. Schwierigkeiten, Leiden und persönliche Wandlungsprozesse sollten bewusst angenommen und durchlebt werden. Zugleich gelte es, Eigenwillen, Egozentrik und Machtstreben zu überwinden und sich innerlich von einer ausschließlichen Orientierung an irdischen Dingen zu lösen, ohne die Schöpfung zu verurteilen.
Mit Blick auf das Evangelium stellte der Abt das ewige Leben als Ziel des menschlichen Daseins heraus. Entscheidend sei nicht eine rechnerische Gegenüberstellung guter und schlechter Taten, sondern ob der Mensch sich Gott geöffnet, seinen Eigenwillen losgelassen und wahrhaft geliebt habe.
Abschließend verwies Abt Johannes auf die geistliche Bedeutung der Liturgie und der kirchlichen Symbole, in denen die irdische und die himmlische Wirklichkeit miteinander verbunden seien. Durch Gebet, innige Betrachtung und die Öffnung des Herzens könne der Mensch die geistliche Wirklichkeit hinter den sichtbaren Zeichen erfassen und in den inneren Tempel eintreten, in dem Gottes Gegenwart wohne. Das Ziel dieses Weges sei die Einheit mit Christus, wie Paulus es ausdrücke: „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.“
Die UOJ berichtete zuvor, dass Metropolit Pimen von Europa der Mazedonischen Orthodoxen Kirche – Erzbistum Ohrid den Segen zur Gründung der Gemeinde „Heiliger Erzengel Michael“ in Salzburg gab.