Syrien: Kurdische Rückkehrer in türkisch kontrolliertem Gebiet angegriffen

Menschenmenge greift die verlassenen Fahrzeuge der kurdischen Rückkehrer an. Quelle: Rudaw
Am Montag, dem 26. Oktober 2026, sind im nordsyrischen Tell Abyad (kurd. Gri Spi) kurdische Familien angegriffen worden, die nach sieben Jahren der Vertreibung in ihre Heimatstadt zurückgekehrt waren. Angreifer beschädigten und verbrannten Fahrzeuge und zwangen nach Angaben des örtlichen Komitees für Vertriebene rund 100 Familien, darunter Frauen und Kinder, stundenlang Schutz in einem Verwaltungsgebäude zu suchen. Darüber berichtete das kurdische Nachrichtenportal Rudaw.
Die Familien waren laut dem Komitee „auf Ersuchen des Leiters von Gri Spi” gekommen, um Eigentumsnachweise für ihre Häuser vorzulegen. In einem weiteren von Rudaw gesichteten Video stürzt eine Menge unter „Allahu akbar”-Rufen ein Fahrzeug um; in einer von der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) verbreiteten Aufnahme bezeichnet ein Mann die Zurückkehrenden als „Konvoi der PKK-Schweine”. Wann die Aufnahmen entstanden, konnte Rudaw nicht unabhängig überprüfen.
Örtliche Bewohner sprachen gegenüber Rudaw von mindestens acht ausgebrannten Fahrzeugen, die SOHR von rund 20 zerstörten oder verbrannten Fahrzeugen sowie von Steinwürfen und Schüssen. Nach SOHR-Angaben gehörten die Angreifer zu Vertriebenen, die heute in Gri Spi leben und die Rückkehr der kurdischen Bewohner ablehnen. Die Identität der Täter ließ sich nicht unabhängig bestätigen. Eine offizielle Stellungnahme der syrischen Regierung lag zunächst nicht vor.
Gri Spi und das benachbarte Ras al-Ain (kurd. Sare Kani) stehen seit der türkischen Militäroffensive von 2019 unter türkischer Kontrolle und der Kontrolle von Ankara unterstützter syrischer Milizen. Es war nach Angaben des Komitees bereits der zweite größere Angriff auf kurdische Rückkehrer seit August.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass die Zahl islamistischer Straftaten in Österreich um 42 Prozent gestiegen ist.
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