Griechischer EU-Abgeordneter fordert Strategie zum Schutz von Christen

Europaabgeordneter Nikolas Farantouris bei einer Rede im Europäischen Parlament. Foto: orthodoxianewsagency.gr
Der griechische Europaabgeordnete Nikolas Farantouris von der Partei PASOK hat wegen der Verfolgung von Christen in Afrika und im Nahen Osten eine schriftliche Anfrage an die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas gerichtet. Darüber berichtet die griechische Redaktion der UOJ. Die Anfrage richtet sich an Kallas in ihrer Funktion als Vizepräsidentin der Europäischen Kommission und Hohe Vertreterin der EU.
Anlass waren Angriffe auf orthodoxe Gläubige in der äthiopischen Region Oromia am 20. und 24. Oktober, bei denen mindestens 60 Menschen ums Leben kamen. Der Abgeordnete verwies außerdem auf einen Angriff auf die griechisch-orthodoxe Georgskirche in Jordanien eine Woche zuvor, bei dem nach seinen Angaben sieben Menschen getötet wurden, sowie auf jüngste Angriffe auf orthodoxe Kirchen in Syrien. Nach Angaben humanitärer Organisationen wurden in derselben Region Äthiopiens in den vergangenen vier Jahren weitere 458 Christen getötet.
Farantouris zufolge handelt es sich bei diesen Angriffen nicht um Einzelfälle. Sie seien Teil eines umfassenderen Gewaltgeschehens, bei dem die alten christlichen Gemeinschaften Afrikas und des Nahen Ostens mit Bedrohungen, Vertreibung und Angriffen auf ihr religiöses und kulturelles Erbe konfrontiert seien, insbesondere in Äthiopien und Eritrea.
Nach Ansicht des Europaabgeordneten fehlt der europäischen Politik bislang eine umfassende Strategie, die Diplomatie, humanitären Schutz und eine dauerhafte Zusammenarbeit mit den Ländern verbindet, in denen bedrohte Christen leben. Er betonte, der Schutz dieser Gemeinschaften dürfe sich nicht auf verurteilende Erklärungen nach jedem neuen Angriff beschränken.
Farantouris bittet die Europäische Kommission um Auskunft darüber, wie sie den Schutz christlicher sowie anderer religiöser und nationaler Gemeinschaften in die Außenpolitik der EU einbezieht. Zudem fragt er, ob sie eine konkrete Strategie zur Unterstützung jener Gemeinschaften entwickeln will, denen Verfolgung und Vernichtung drohen. Europa verfüge über die finanziellen, institutionellen und politischen Mittel für einen solchen Schutz, so der Abgeordnete.
Wie die UOJ zuvor berichtete, bekannte sich die Terrororganisation „Islamischer Staat“ zu dem Angriff auf eine Kirche in Jordanien. Kurz zuvor hatte Farantouris nach der Explosion in Jordanien bereits eine Anfrage an Kallas zum Schutz griechisch-orthodoxer und anderer religiöser Gemeinschaften im Nahen Osten gerichtet.
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