Deutschsprachige serbisch-orthodoxe Gemeinde in Limburg feierte Patronatsfest

Geistliche und Gläubige feierten das Patronatsfest der deutschsprachigen serbisch-orthodoxen Gemeinde Limburg-Dietkirchen in der Lubentius-Kirche, in Anwesenheit einer Reliquie des heiligen Lubentius. Fotos: Gemeinde
Die deutschsprachige serbisch-orthodoxe Gemeinde Limburg-Dietkirchen hat am 24. Oktober 2026 ihr drittes Patronatsfest zu Ehren des heiligen Lubentius gefeiert. Rund 100 Gäste versammelten sich dazu in der katholischen Lubentius-Kirche in Dietkirchen. Der Gottesdienst fand in Anwesenheit einer Reliquie des heiligen Lubentius aus der dortigen Kirche statt. Erzpriester Matthias Zierenberg, der die Gemeinde aufbaut, zelebrierte die Göttliche Liturgie gemeinsam mit Erzpriester Mladen Janjić und Erzpriester-Stavrophor Nedjo Janjić aus Köln, Erzpriester-Stavrophor Simon Turkić und Erzpriester-Stavrophor Slobodan Tijanić aus Frankfurt sowie Diakon Justin Emreković aus Mannheim.
In seiner Ansprache ging Erzpriester Matthias Zierenberg auf den heiligen Lubentius ein, dessen Verehrung ihm ein besonderes Anliegen ist. Der Überlieferung nach wirkte Lubentius im 4. Jahrhundert als Glaubensbote an der Lahn. Seine Gebeine werden in der Stiftskirche St. Lubentius in Dietkirchen verehrt, die bis heute ein bedeutendes Ziel für Pilger ist. Der Lubentius-Pilgerweg erinnert an den Heiligen und lädt dazu ein, sich mit seinem Leben und seiner Glaubenszeugenschaft auseinanderzusetzen.
Die Verehrung des Heiligen steht auch in engem Zusammenhang mit der Gründung der deutschsprachigen Gemeinde, die für ihre Gottesdienste die Dreifaltigkeitskapelle an der Lubentius-Kirche von der katholischen Gemeinde Hl. Katharina Kasper zur Verfügung gestellt bekommt.
Die Festpredigt hielt Vikarbischof Jovan von Hum von der serbisch-orthodoxen Eparchie von Deutschland auf Deutsch. Er übermittelte die Grüße, den Segen und die Gebete von Metropolit Grigorije, der nicht persönlich teilnehmen konnte. Ausgehend von den Worten des Apostels Paulus über den Schatz der göttlichen Gnade in zerbrechlichen menschlichen Gefäßen stellte der Vikarbischof die Demut als wesentliche Eigenschaft christlicher Liebe heraus. Die Heiligen zeigten, dass Gottes Gnade gerade in menschlicher Schwäche und in Zeiten der Bedrängnis wirksam werde. Ihr Leben bezeuge, dass Christen auch angesichts von Leiden, Entbehrungen und Zurückweisung nicht verzweifeln müssten, sondern auf Gottes Barmherzigkeit und das ewige Leben hoffen dürften.
Anhand der Seligpreisungen aus dem Lukasevangelium erläuterte Bischof Jovan, dass die Maßstäbe des Evangeliums denen der Welt häufig entgegenstünden. Während Reichtum, Erfolg und die Durchsetzung eigener Ansprüche gesellschaftlich als erstrebenswert gelten, suchten die Heiligen ihren Reichtum in der göttlichen Gnade. Ihr Hunger und Durst nach Gerechtigkeit richte sich nicht auf die Bestätigung der eigenen Rechtschaffenheit, sondern auf Gottes Barmherzigkeit für alle Menschen.
Auch Trauer und Leiden könnten, getragen vom Heiligen Geist, zu einem Weg des Trostes und der Hoffnung werden. Die Heiligen seien deshalb lebendige Zeugen des Lebens in Christus und erinnerten daran, dass alle Menschen zur Gemeinschaft mit Gott berufen seien: „Wir beten zum Herrn und zum heiligen Lubentius, dass durch seine Fürbitten, durch die Fürbitten der Gottesmutter und aller Heiligen die Gnade Gottes unsere Herzen erfülle. Mögen sie zu fruchtbarem Boden werden, auf den der Same des Wortes Gottes fällt, und mögen unsere Herzen durch Gottes Gnade Früchte dieser Gnade hervorbringen.“
Abschließend bat der Vikarbischof um Gottes Segen für die Gemeinde, damit sie ein Ort des Trostes und der Zuflucht für alle werde, die nach dem Reich Gottes hungerten und dürsteten. Im Anschluss an die Feier kamen die Geistlichen und Gäste zu einem Festmahl im Gemeindehaus zusammen. Den vollständigen Predigttext veröffentlichte die Eparchie auf ihrer Webseite.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Dr. Anastasia Limberger in einem Vortrag in München an den heiligen Nikolaj Velimirović erinnerte.
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