Diakon Igor Willimowski: Ikonen bezeugen die Menschwerdung Christi

Diakon Igor Willimowski predigte in der russisch-orthodoxen St.-Barbara-Kirche in Krefeld. Foto: Screenshot YouTube
Am 25. Oktober 2026 predigte Diakon Igor Willimowski in der russisch-orthodoxen St.-Barbara-Kirche in Krefeld zum Gedächtnis der Väter des 7. Ökumenischen Konzils. Im Mittelpunkt seiner Predigt zum Evangelium nach Johannes 17, 1–13 standen die Bedeutung der ökumenischen Konzilien und die theologische Grundlage der Ikonenverehrung. Die Gemeinde veröffentlichte die Ansprache auf ihrem YouTube-Kanal.
Ökumenische Konzilien hätten die Aufgabe, grundlegende Streitfragen des christlichen Glaubens zu klären und die orthodoxe Glaubenslehre vor Irrtümern zu bewahren, erklärte Diakon Igor Willimowski. Ihre Beschlüsse seien „Leitplanken für unseren Glauben“, die den Gläubigen helfen sollten, auf dem rechten Weg zu bleiben. Als Beispiel verwies er auf das Glaubensbekenntnis, dessen zentraler Inhalt auf den ersten beiden Ökumenischen Konzilien formuliert wurde.
Das 7. Ökumenische Konzil trat 787 in Nizäa unter der Regentschaft der Kaiserin Irene zusammen. Vor dem Hintergrund des Bilderstreits bestätigte es die Verehrung der Ikonen, unterschied diese jedoch ausdrücklich von der allein Gott gebührenden Anbetung. Der heilige Johannes von Damaskus habe dafür die theologische Grundlage gelegt: Weil Gott in Jesus Christus Mensch geworden sei und Fleisch angenommen habe, könne Christus auch bildlich dargestellt werden. Dabei gelte der Grundsatz des heiligen Basilius des Großen: „Die der Ikone erwiesene Ehre geht auf das Urbild, den Prototyp über.“
Die Ablehnung der Christusdarstellung stelle zudem die Wirklichkeit seiner Menschwerdung infrage, führte der Diakon unter Bezugnahme auf den heiligen Theodor Studites aus. Wer bestreite, dass Christus abgebildet werden könne, leugne indirekt, dass er wahrhaft Mensch mit einem sichtbaren, menschlichen Leib geworden sei.
Abschließend erläuterte der Geistliche die Bedeutung der Ikonen für das kirchliche Leben. Sie seien Fenster zur himmlischen Welt und machten sichtbar, dass die Gläubigen die Liturgie gemeinsam mit den Heiligen und Engeln feierten. Die Ikonostase verbinde dabei die irdische Kirche mit dem Altar als Zeichen der himmlischen Kirche. Die Ikonen verwiesen somit nicht auf Holz und Farbe, sondern auf Christus und die dargestellten Heiligen und bezeugten den orthodoxen Glauben an die Menschwerdung Gottes.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Dr. Anastasia Limberger in einem Vortrag in München an den heiligen Nikolaj Velimirović erinnerte.
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