Verlagsgründer Gregor Fernbach: Orthodoxe Bücher als Weg zum Glauben

Gregor Fernbach, Mitgründer des orthodoxen Verlags Hagia Sophia, spricht mit OrthMedien über die Entwicklung des Verlags und die Bedeutung von Büchern für Glauben und geistliches Leben. Foto: Screenshot YouTube

Gregor Fernbach, Mitgründer des orthodoxen Verlags Hagia Sophia, spricht mit OrthMedien über die Entwicklung des Verlags und die Bedeutung von Büchern für Glauben und geistliches Leben. Foto: Screenshot YouTube

Der orthodoxe Verlag Hagia Sophia veröffentlicht Bücher, die den orthodoxen Glauben deutschsprachigen Lesern näherbringen sollen. Im Gespräch mit dem YouTube-Kanal OrthMedien aus Krefeld berichtet Mitgründer Gregor Fernbach über die Anfänge des Verlags, die Vielfalt des Programms und die Bedeutung des Lesens für das geistliche Leben.

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Gregor Fernbach gründete den Verlag um 2008, kurz nach seiner Konversion zur Orthodoxie. Damals fehlte es an deutschsprachiger orthodoxer Literatur. Aufgrund seiner Ausbildung im Mediendesign und seiner vorherigen Tätigkeit im Verlagswesen begann er, orthodoxe Schriften ins Deutsche zu bringen und zu veröffentlichen. Zu den ersten Autoren gehörte Seraphim Rose. Später kamen katechetische Werke, praktische Bücher über Beichte und Kommunion sowie philosophische Texte und literarische Werke hinzu. Auf der Verlagswebsite finden sich inzwischen mehr als 150 eigene Titel sowie zahlreiche weitere Bücher aus dem orthodoxen Bereich.

Zu den erfolgreichsten Veröffentlichungen zählen ein deutschsprachiges orthodoxes Gebetbuch und der Katechismus „Das Gesetz Gottes“. Zugleich gebe es Bücher, die der Verlag für besonders wichtig halte, die sich aber nur schwer verkauften. Gerade philosophische und literarische Werke erreichten häufig nur ein begrenztes Publikum. Kleine Auflagen machten den Druck zudem kostspielig. Der Verlag werde weitgehend von Fernbach und seiner Frau getragen. Unterstützung werde unter anderem bei der Korrektur, beim Verpacken, in der Buchhaltung und im Marketing benötigt.

Auch im Zeitalter kurzer Videos und digitaler Medien habe das Lesen seinen besonderen Wert nicht verloren, betont Fernbach. Es trainiere die Konzentration und ermögliche eine vertiefte Auseinandersetzung mit Themen, die sich in einer kurzen Predigt oder einem YouTube-Video nur begrenzt vermitteln ließen. Bücher könnten helfen, den Glauben besser zu verstehen und das geistliche Leben zu vertiefen. Als Beispiel nennt Fernbach die Werke Fjodor Dostojewskis, die sich aus orthodoxer Perspektive auf besondere Weise erschließen ließen. Die Lektüre rege zum Nachdenken über den Glauben an und helfe auch dabei, sich mit anderen über religiöse Fragen auszutauschen.

Für orthodoxe Christen, die ihren Glauben vertiefen möchten, empfiehlt Fernbach unter anderem das Buch „Orthodox Leben“ von Priestermönch Johann Krammer. Es biete einen verständlichen und strukturierten Einstieg, ohne den Leser mit einem umfangreichen Katechismus zu überfordern. Welche Lektüre geeignet sei, hänge jedoch vom jeweiligen Wissensstand und den persönlichen Interessen ab. Zugleich wünscht sich der Verlagsgründer mehr Unterstützung und Platz für die Arbeit, damit künftig mehr Zeit für die redaktionelle Betreuung von Manuskripten und die Bekanntmachung der Bücher bleibt.

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