Bischof Irenei: Lebensschutz umfasst die gesamte Schwangerschaft

Bischof Irenei von London und Westeuropa (ROKA) spricht über die christliche Verantwortung für Mutter und Kind während der Schwangerschaft und darüber hinaus. Foto: Screenshot YouTube
Bischof Irenei von London und Westeuropa der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland (ROKA) hat in einer neuen geistlichen Betrachtung die christliche Verantwortung für das ungeborene Leben und die umfassende Unterstützung schwangerer Frauen thematisiert. Er betonte, dass der Schutz des Lebens nicht auf die Ablehnung von Abtreibung beschränkt bleiben dürfe, sondern die Begleitung von Mutter, Vater und Kind während der gesamten Schwangerschaft und darüber hinaus umfasse. Auch die Kirchengemeinde trage eine geistliche, praktische und materielle Verantwortung für die betroffenen Familien. Das Video wurde am 8. Oktober 2026 in englischer Sprache auf dem YouTube-Kanal „Patristic Nectar“ veröffentlicht.
Ausgangspunkt der Betrachtung war eine Anfrage nach Gebeten für und mit einer schwangeren Mutter. Bischof Irenei nahm dies zum Anlass, das christliche Verständnis von der Heiligkeit des Lebens zu erläutern. Zwar gebe es in moralischen Fragen klare Unterscheidungen zwischen Gut und Böse, doch dürfe die Diskussion über den Lebensschutz nicht bei der Bewertung eines einzelnen Moments stehen bleiben. Vielmehr müsse jedes Stadium des Lebens als heilig geachtet werden. Auch die Schwangerschaft selbst sei nicht bloß eine Vorbereitung auf die Geburt, sondern bereits ein heiliges Schöpfungsgeschehen, das es zu schützen und zu würdigen gelte.
Eine besondere Verantwortung komme dem Vater zu, der seiner Frau während der Schwangerschaft mit Gebet, Kraft und konkreter Unterstützung zur Seite stehen solle. Zugleich seien auch die übrigen Familienmitglieder und die gesamte Kirchengemeinde gefordert. Eine Schwangerschaft sei keine ausschließlich private Angelegenheit, sondern betreffe die ganze christliche Gemeinschaft. Deshalb sollten alle Gemeindemitglieder für die werdenden Eltern beten und ihnen bei gesundheitlichen, finanziellen oder anderen Schwierigkeiten helfen. Der Umfang der benötigten Unterstützung könne je nach Situation unterschiedlich sein und müsse sich an den konkreten Bedürfnissen der Familie orientieren.
Auch die Taufe verdeutliche diese gemeinschaftliche Verantwortung, erklärte Bischof Irenei. Dass das Kind von Paten zur Taufe gebracht werde, sei ein Zeichen dafür, dass die gesamte Kirche an seinem geistlichen Leben Anteil habe. Die Heiligkeit des Lebens zu achten, bedeute daher, sich jedem Menschen in allen Lebensphasen verpflichtet zu wissen. Gerade zu Beginn des Lebens müsse dies auch die Entwicklung der Familie sowie das Wohlergehen der Mutter und des ungeborenen Kindes einschließen.
Abschließend rief der Bischof dazu auf, das von Gott geschaffene Leben in seiner Heiligkeit zu verehren und sich dieser Aufgabe mit ganzem Herzen zu widmen.
Die UOJ berichtete zuvor, dass die deutsche Diözese der ROKA die Lebensläufe aller ihrer Bischöfe veröffentlichte.
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