Kloster Himmelsthür: Metropolit Grigorije würdigte Stifter Drago Vuković

Metropolit Grigorije deutete die Erneuerung des Klosters als geistlichen Auftrag. Foto: Eparchie

Metropolit Grigorije deutete die Erneuerung des Klosters als geistlichen Auftrag. Foto: Eparchie

Mit der Weihe des umfassend renovierten serbisch-orthodoxen Klosters der Entschlafung der Allheiligsten Gottesgebärerin in Hildesheim-Himmelsthür am 3. Oktober 2026 ist ein historischer Ort der serbischen Orthodoxie in Deutschland neu erschlossen worden. In seiner Predigt stellte Metropolit Grigorije die Geschichte des Klosters, die außergewöhnliche Stiftung von Drago Vuković und die geistliche Bedeutung des Ortes in den Mittelpunkt. Himmelsthür solle nicht lediglich ein renoviertes Gebäude sein, sondern wieder zu einer geistlichen Heimat und einem lebendigen Ort des Gebets, der Einheit und der Begegnung werden, wie die Eparchie berichtete.

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Metropolit Grigorije erinnerte daran, dass Himmelsthür für die serbischen Orthodoxen in Deutschland von Anfang an eine besondere Bedeutung hatte. 1978 erwarb Bischof Lavrentije (1935-2022), der erste serbisch-orthodoxe Bischof in Deutschland, den damaligen Gebäudekomplex, der zuvor als Obdachlosenheim genutzt worden war. Unter seiner Leitung wurde der Ort zu einem Zuhause für orthodoxe Serben, die fern ihrer Heimat einen Platz für Gottesdienst, Gemeinschaft und geistliche Verwurzelung suchten. Ein im Kloster aufbewahrter mobiler Thron, auf dem Priester während des Zweiten Weltkriegs in Wäldern und Bergen Gottesdienste feierten, erinnert nach den Worten des Metropoliten daran, dass der orthodoxe Glaube auch unter schwierigen Bedingungen bewahrt wurde.

Besonders ausführlich würdigte Metropolit Grigorije den Stifter Drago Vuković. Der heutige Berliner Bauunternehmer war als Kind von seiner Mutter nach Himmelsthür gebracht worden. Jahrzehnte später kehrte er an denselben Ort zurück – nun, um maßgeblich zu dessen umfassender Renovierung beizutragen. Vuković habe dabei nicht nur erhebliche finanzielle Mittel eingesetzt, sondern auch seine Zeit, Kraft und persönliche Hingabe in das Projekt investiert. Unterstützt wurde er von seiner Familie, insbesondere von seinen Söhnen Mijat und Dositej sowie seiner Tochter Maja, die als Architektin und Designerin ihr Fachwissen in die Renovierung einbrachte. Metropolit Grigorije bezeichnete die Stiftung als Vukovićs größte und wertvollste Wohltat und stellte sie in die Tradition bedeutender serbischer Stifter wie Luka Ćelović, Ilija Kolarac und Sima Igumanov.

Theologisch deutete der Metropolit die Renovierung anhand zweier Symbole: der kostbaren Perle und des Pelikans. Das am Eingang der Kirche angebrachte Fresko verweist auf das Gleichnis Jesu vom Kaufmann, der eine kostbare Perle findet und dafür alles hingibt (Mt 13,44–46). Diese Perle steht für Christus selbst, in dem nach dem Kolosserbrief „alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis“ verborgen sind. Die Freude über das Gefundene gehe dem Opfer voraus – und genau darin sah Metropolit Grigorije auch ein geistliches Motiv der Stiftung Vukovićs.

Das zweite Bild ist der Pelikan auf dem historischen Boden des Altarraums: Er nährt seine Jungen mit seinem eigenen Blut und wird damit zum Symbol für Christus, der sein Blut für das Heil der Welt vergossen hat. Zusammen mit der kostbaren Perle bilde dieses Motiv eine theologische Zusammenfassung des Ortes: Christus ist der höchste Schatz, für den der Mensch alles einzusetzen bereit sein soll, während Gottes eigene Gabe an den Menschen in der Hingabe seines Sohnes besteht.

Die Renovierung des Klosters in Hildesheim erhält damit über den baulichen Aspekt hinaus eine geistliche Deutung: Das erneuerte Haus soll selbst zu einer anvertrauten Gabe werden, die bewahrt, mit Leben erfüllt und als Ort des Gebets, des Friedens, der Gemeinschaft und der Einheit weitergegeben wird.

Die UOJ berichtete zuvor, dass die Russische Orthodoxe Kirche der Synaxis der Heiligen deutscher Lande gedachte.

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