Priestermönch Nil: Das Kreuz führt über Leiden zum Sieg

Priestermönch Nil (Lazarenco) thematisierte auch das Gefühl der Gottverlassenheit. Archivfoto: Screenshot YouTube
In der serbisch-orthodoxen Skite des Heiligen Spyridon zu Geilnau sprach Priestermönch Nil (Lazarenco) am Samstag nach Kreuzerhöhung, in der 18. Woche nach Pfingsten, über die Bedeutung des Kreuzes im Leben der Christen. Er stellte die „Weisheit des Kreuzes“ den Maßstäben der Welt gegenüber und rief dazu auf, Christus nachzufolgen, Gottes Wort zu kennen und das eigene Leben am Willen Gottes auszurichten. Die Skite veröffentlichte die Predigt am 4. Oktober auf ihrem YouTube-Kanal.
Das Kreuz stehe für einen Weg, der nach menschlichen Maßstäben widersinnig erscheine, nach christlichem Verständnis aber zum Sieg und zur Auferstehung führe. Während die „Weisheit dieser Welt“ vor allem Wohlstand, Genuss und ein angenehmes Leben suche, bedeute die Weisheit des Kreuzes, „sterben in Qualen, sterben, damit die anderen leben können“. Christus habe diesen Weg selbst vorgelebt. Christen seien deshalb aufgerufen, auch in Leiden nicht zu verzweifeln, sondern im Kreuz den Weg zur Auferstehung zu erkennen.
Ausgehend vom Evangelium warnte Priestermönch Nil vor einer bloßen Neugier auf Christus. Die wahre Suche nach der Wahrheit verlange die Bereitschaft, das eigene Leben entsprechend auszurichten. Sünde und Unglaube führten zum geistlichen Tod. Entscheidend sei deshalb der Glaube an Christus und die Anerkennung seiner Göttlichkeit. „Wenn ihr nicht glaubt, dass ich bin, werdet ihr sterben in euren Sünden“, zitierte der Priestermönch aus dem Evangelium.
Ein weiterer Schwerpunkt der Predigt war der Umgang mit dem Wort Gottes. Wie Christus nicht aus sich selbst gesprochen, sondern das verkündet habe, was er vom Vater empfangen habe, sollten auch Christen ihr Leben nicht von den „eitlen Gedanken“ der Zeit bestimmen lassen. „Wir müssen reden die Worte Gottes und dafür müssen wir sie auch kennen“, sagte der Geistliche und verwies auf die Heilige Schrift und die Unterweisung der Kirche.
Zum Abschluss ging der Priestermönch auf das Gefühl der Gottverlassenheit ein. Gott verlasse den Menschen nicht; vielmehr könne der Mensch sich durch sein eigenes Handeln von Gott entfernen. Maßstab des christlichen Lebens müsse daher die Frage sein: „Was gefällt Gott?“ Der Prediger rief dazu auf, Buße zu tun, von schlechten Werken abzukehren und das Gute zu tun, um das eigene Leben stärker am Willen Gottes auszurichten.
Die UOJ berichtete zuvor, dass die Russische Orthodoxe Kirche der Synaxis der Heiligen deutscher Lande gedachte.
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