Schweiz: Protestantische Hochschule verliert Akkreditierung wegen Frauenquote
Die Staatsunabhängige Theologische Hochschule Basel. Foto: FeSut/Wikipedia
Das Schweizer Bundesverwaltungsgericht hat den Entzug der institutionellen Akkreditierung der Staatsunabhängigen Theologischen Hochschule (STH) Basel bestätigt. Hintergrund sind unter anderem nicht erfüllte Auflagen zur Diversität, die nach Ansicht der Gutachter auch eine Strategie für eine stärkere Vertretung von Frauen in der Professorenschaft erfordert hätten. Darüber ebrichtete das katholische Nachrichtenportal CNA am 25. September 2025.
Die Hochschule hatte sich gegen diese Vorgabe gewandt. Rektor Jacob Thiessen erklärte gegenüber CNA Deutsch: „Wir berufen nicht Frauen, nur weil wir dazu Auflagen erhalten, sondern wir berufen Personen, die für die Aufgabe am besten geeignet sind.“ Zugleich teilte er mit, dass die STH derzeit eine Frau als Assistenzprofessorin berufe. Dies geschehe jedoch unabhängig von den Akkreditierungsauflagen. Thiessen kritisierte zudem, dass offenbar auch persönliche Ansichten von Dozenten im Zusammenhang mit der Akkreditierung bewertet würden.
Die Gutachter hatten bemängelt, dass die Hochschule keine klare strategische Planung für eine weibliche Besetzung der Professorenschaft vorgelegt habe. Es fehlten konkrete Ziele und Maßnahmen, um Gleichstellung institutionell zu verankern. Die Schweizerische Agentur für Akkreditierung und Qualitätssicherung hatte deshalb eine sechsmonatige Nachfrist vorgeschlagen, in der die STH konkrete Maßnahmen für eine weibliche Besetzung der Professorenschaft vorlegen sollte. Der Akkreditierungsrat folgte diesem Vorschlag jedoch nicht und entzog der Hochschule im Juni 2025 die Akkreditierung.
Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte diese Entscheidung am 7. September 2026. Die Richter bezeichneten die Beurteilung der Gutachter als „differenziert und sachbezogen“ und hielten den Entzug für verhältnismäßig. Neben der Diversitätsauflage sah der Akkreditierungsrat auch Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem, die Nutzung von Daten für strategische Entscheidungen sowie die Evaluation von Lehre und Forschung als nicht erfüllt an. Die Hochschule kann ihren Betrieb nach eigenen Angaben dennoch fortsetzen; auch das Recht, akademische Abschlüsse zu verleihen, sei nicht an die Akkreditierung gebunden. Bis zum 12. Oktober kann die STH entscheiden, ob sie das Urteil beim Schweizer Bundesgericht anficht.
Die Staatsunabhängige Theologische Hochschule Basel (STH Basel) in Riehen bei Basel ist eine evangelisch geprägte Hochschule, die Studenten unterschiedlicher christlicher Konfessionen offensteht. Die STH Basel versteht sich als Alternative zu den theologischen Fakultäten der staatlichen Universitäten. Die Absolventen des Theologiestudiums erwerben die akademischen Grade des Bachelor oder Master der Theologie. Ein Großteil der Absolventen ist nach dem Masterstudium im Bereich der Freikirchen oder Landeskirchen sowie in der theologischen Lehre und Forschung tätig.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Patriarch Porfirije zum Fest der Geburt der Allerheiligsten Gottesmutter in der Belgrader Kathedrale gepredigt hatte.
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